Sabotage-Serie an Umspannwerken: Polizei stürmt Fahrzeug - Verdächtiger zu Fuß unterwegs?

Gevelsberg - Eine Sabotage-Serie an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hält die Polizei in Atem. Nachdem ein Bekennerschreiben aufgetaucht ist, fahnden die Behörden jetzt bundesweit nach einem Tatverdächtigen.

Nach mehreren Sabotage-Anschlägen auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sucht die Polizei nach einem Mann.  © Christoph Reichwein/dpa

Dabei soll es sich um Daniel V. handeln, der durch das Schreiben mit den einzelnen Anschlägen in Verbindung gebracht wird.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen verraten haben, stürmten Einsatzkräfte des SEK am Freitagmittag um 12 Uhr V.s Wohnhaus in Gevelsberg, doch dort sei er nicht aufzufinden gewesen - stattdessen fanden die Ermittler Sprengstoff in seinem Haus.

Auf einer Pressekonferenz hat NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) außerdem verraten, dass auch das Fahrzeug des europaweit Gesuchten inzwischen gestürmt worden sei.

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Die Ermittler gehen davon aus, dass Daniel V. derzeit zu Fuß unterwegs sein könnte, aber vermutlich nicht weit kommen werde.

Daniel V. soll das Bekennerschreiben, welches den Ermittlern vorliegt, mit vollem Namen unterzeichnet haben.

Darin habe er behauptet, für die Kurzschlüsse in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verantwortlich zu sein.

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Einsatzkräfte des SEK positionierten sich am Freitagmittag vor dem Haus des Gesuchten, im Inneren konnte der Verdächtige aber nicht angetroffen werden.  © Justin Brosch/dpa
Das SEK hat den Lkw des Tatverdächtigen am Freitagnachmittag auf den Kopf gestellt und durchsucht.  © Daniel Evers

Sabotage-Serie an Umspannwerken: Der Gesuchte soll Mediziner sein

Die Ermittler der Spurensicherung nehmen alles genau unter die Lupe.  © Christoph Reichwein/dpa

"Hallo, Leute! Ich bin der, der Kurzschlüsse im Stromnetz rund um die Kraftwerke 'Jänschwalde', 'Boxberg' und 'Schwarze Pumpe' verursacht hat", soll in dem Schreiben stehen. Außerdem bekenne er sich auch zu den Vorfällen "bei Gohr, Reist, Dormagen und Weisweiler".

Seiner Ansicht nach sei die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen "ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht" und dieses Leid wolle er "abwenden oder vermindern".

Allerdings sind sich die Behörden noch nicht sicher, ob man das Schreiben ernst nehmen kann.

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"Wir müssen jetzt prüfen, ob der Inhalt tatsächlich passt und ob das Bekennerschreiben von einem Tatverdächtigen stammen kann, oder einem Trittbrettfahrer zuzuordnen ist", erklärt ein Polizeisprecher gegenüber TAG24.

Nach Informationen der "taz" soll der Gesuchte studierter Mediziner sein. Unklar sei jedoch, ob er aktuell oder früher als Arzt tätig gewesen ist.

Erstmeldung vom 4. September, 13.28 Uhr, aktualisiert um 17.58 Uhr.

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