Gevelsberg - Eine Sabotage-Serie an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen hält die Polizei in Atem. Nachdem ein Bekennerschreiben aufgetaucht ist, fahnden die Behörden jetzt bundesweit nach einem Tatverdächtigen.
Dabei soll es sich um Daniel V. handeln, der durch das Schreiben mit den einzelnen Anschlägen in Verbindung gebracht wird.
Wie "Bild" berichtet, stürmte die Polizei am Freitagmittag um 12 Uhr sein Wohnhaus, doch dort sei er nicht aufzufinden gewesen.
Es sei möglich, dass der Gesuchte mit einem auffälligen Truck unterwegs ist, nach dem man ebenfalls fahndet.
Das Fahrzeug verfüge über einen hohen, kastenförmigen Aufbau und offenbar mehrere schmale Seitenfenster. Auffällig ist vor allem die zweifarbige Lackierung: oben gelb, unten rot.
Daniel V. soll das Bekennerschreiben, welches der Polizei vorliegt, mit vollem Namen unterzeichnet haben.
Darin habe er behauptet, für die Kurzschlüsse in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verantwortlich zu sein.
Sabotage-Serie an Umspannwerken: Der Gesuchte soll Mediziner sein
"Hallo, Leute! Ich bin der, der Kurzschlüsse im Stromnetz rund um die Kraftwerke 'Jänschwalde', 'Boxberg' und 'Schwarze Pumpe' verursacht hat", soll in dem Schreiben stehen. Außerdem bekenne er sich auch zu den Vorfällen "bei Gohr, Reist, Dormagen und Weisweiler".
Seiner Ansicht nach sei die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen "ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht" und dieses Leid wolle er "abwenden oder vermindern".
Allerdings sind sich die Behörden noch nicht sicher, ob man das Schreiben ernst nehmen kann.
"Wir müssen jetzt prüfen, ob der Inhalt tatsächlich passt und ob das Bekennerschreiben von einem Tatverdächtigen stammen kann, oder einem Trittbrettfahrer zuzuordnen ist", erklärt ein Polizeisprecher gegenüber TAG24.
Nach Informationen der "taz" soll der Gesuchte studierter Mediziner sein. Unklar sei jedoch, ob er aktuell oder früher als Arzt tätig gewesen ist.