Von Christian Brahmann
Berlin/Osnabrück - Mit dreistem Auftreten und jeder Menge krimineller Energie soll Hendrik Holt (36) Millionen ergaunert haben. Doch irgendwann flog der Betrüger auf, wurde verurteilt und landete hinter Gittern. Dorthin kehrte er nun nicht zurück.
Holt sei nicht von einem genehmigten Ausgang in die Justizvollzugsanstalt Berlin zurückgekehrt, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück auf Anfrage mit. "Mittlerweile liegen Tatsachen vor, aufgrund derer von einer Flucht auszugehen ist", sagte ein Behördensprecher der dpa.
Nach dem 36-Jährigen wird nun gefahndet, sagte der Sprecher. Details könne er aber wegen der laufenden Ermittlungen nicht nennen.
Klar ist demnach nur, dass der aus dem emsländischen Haselünne stammende Holt am Dienstag nicht von einem Freigang des offenen Vollzugs Berlin zurückkam.
Holt ist 2022 vom Landgericht Osnabrück in mehreren Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt worden. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung, Urkundenfälschung.
Holt, über den es auch eine ARD-Doku gibt ("Holt - Der Windkraft-Schwindler"), hatte unter anderem angeblich existierende Windparks an ausländische Stromkonzerne verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab.
Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.