Kranke, verletzte oder trächtige Kühe zum Schlachthof gefahren: Haftstrafe für Transporteur wegen Tierquälerei

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Von Angelika Resenhoeft

Obernburg am Main - Ein Transporteur von Schlachttieren für einen Schlachthof am Untermain ist wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Obernburg zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der Verurteilte soll schlacht- und transportunfähige Kühe zum Schlachthof gebracht haben. (Symbolbild)
Der Verurteilte soll schlacht- und transportunfähige Kühe zum Schlachthof gebracht haben. (Symbolbild)  © Ulrich Perey/dpa

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit auf drei Jahre festgelegt, wie ein Gerichtssprecher sagte. Außerdem soll der 57-Jährige, der die Vorwürfe eingeräumt hatte, 3000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angestellte einer Viehvermarktungsgenossenschaft war wegen quälerischer Tiermisshandlung in mehreren Fällen angeklagt - und wurde dafür auch verurteilt. Die Vorfälle sollen sich zwischen September 2022 und August 2023 zugetragen haben. 

Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine hohe Geldstrafe plädiert.

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Der Angeklagte soll schlacht- und transportunfähige Rinder zu dem Schlachthof im Landkreis Miltenberg gebracht haben. Darunter sollen kranke, verletzte oder trächtige Tiere gewesen sein. 

Eine Tierrechtsorganisation hatte den Stein mit einem Video ins Rollen gebracht. (Symbolbild)
Eine Tierrechtsorganisation hatte den Stein mit einem Video ins Rollen gebracht. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Video von Tierrechtsorganisation brachte Schlachthof ins Visier der Behörden

Das Amtsgericht hatte im Februar 2025 bereits zwei Landwirte aus Hessen und aus dem Landkreis Schweinfurt wegen Tierquälerei auf dem Schlachthof zu Geldstrafen verurteilt. Der frühere Schlachthofbetreiber erhielt im vergangenen Dezember eine Haftstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zu Bewährung. 

Der Betrieb im Landkreis Miltenberg war zusammen mit dem Schlachthof Aschaffenburg nach der Veröffentlichung von Videomaterial einer Tierrechtsorganisation in das Visier der Behörden geraten.

Wegen gravierender Mängel beim Tierschutz hatte das Landratsamt Miltenberg im Sommer 2023 dem Schlachthof im Landkreis die Arbeit mit sofortiger Wirkung untersagt.

Titelfoto: Ulrich Perey/dpa

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