Vierjährige getötet: Mutter gesteht vor Gericht
Von Britta Schultejans
Traunstein - Eine Mutter hat vor dem Landgericht Traunstein gestanden, ihre vier Jahre alte Tochter getötet zu haben.
Sie habe bei der Tat keinen Ausweg mehr aus ihrer Situation gesehen. "Sie nimmt die Schuld voll auf sich und möchte bestraft werden und am liebsten in ein Gefängnis und nicht in eine psychiatrische Einrichtung", sagte sie nach Angaben eines Gerichtssprechers.
Sie habe befürchtet, das Kind bei einer Scheidung an ihren Mann und dessen Familie zu verlieren und habe sich deshalb gemeinsam mit ihrer Tochter umbringen wollen. Einige Wochen vorher hatte ihr Mann den Angaben zufolge mitgeteilt, sich von ihr trennen zu wollen.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihre Tochter Ende Februar dieses Jahres mit einem Messerstich ins Herz getötet zu haben, nachdem es ihr zuvor nicht gelungen sein soll, sie mit einem Kissen zu ersticken. Nach Angaben der Beschuldigten zum Prozessauftakt soll die Vierjährige am Tattag krank und darum nicht in der Kita gewesen sein.
Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist die 42 Jahre alte Mutter wegen einer schweren depressiven Störung mit psychotischen Symptomen schuldunfähig. Eigenen Angaben zufolge hatte sie ihr Haus vor der Tat kaum noch verlassen.
Das Gericht hat insgesamt drei Verhandlungstage für das Verfahren angesetzt, das Urteil könnte demnach am 1. Dezember fallen.
Titelfoto: Uwe Lein/dpa
