Nachbarschaftsstreit wegen bellenden Hundes
Chemnitz – Was als Sorge um einen Vierbeiner begann, endete vor dem Amtsgericht Chemnitz. René S. (48) fühlte sich von Nachbar Robin H. (44) bedroht. Der soll ihn in einer Sprachnachricht auffordert haben, den Hund abzugeben und ihm auszuhändigen, andernfalls wolle er ihn "auseinandernehmen".
Robin H. räumte vor Gericht ein: "Das hat so stattgefunden, das ist blöd gelaufen." Zuvor habe es immer wieder Ärger wegen Lärms aus der Nachbarswohnung gegeben. Der Zoff eskalierte, als der Hund alleine in der Wohnung blieb, bellte und jammerte.
"Ich habe ihn früh bis abends wimmern hören. Da bricht mir das Herz", so der Nachbar.
Er vermutete danach, René S. habe ein Elektrohalsband gekauft, damit der Hund nicht bellt. Daraufhin will er die Nachricht gesendet haben.
René S. widersprach der Darstellung. Das Wimmern habe er nicht mitbekommen: "Ich war arbeiten."
Leine und Halsband seien handelsüblich. So entschuldigte sich sein Nachbar vor Gericht. Die Staatsanwältin glaubte ihm, dass er sich um den Hund gesorgt habe.
Die Sprachnachricht wertete sie nicht als Nötigung zur Herausgabe des Tieres. Die Beleidigungen gingen jedoch zu weit und hätten nichts mit dem Hund zu tun. Die Richterin schloss sich an. Ihr Urteil: 150 Euro Strafe.
Titelfoto: Jan Härtel/Chempic
