Sächsischer Polizist wegen Falschaussage vor Gericht
Chemnitz - Wenn man vor Gericht aussagt, muss man die Wahrheit sagen. Das gilt auch und besonders für Polizisten. Bei einem Berufungsprozess am Chemnitzer Landgericht soll der Beamte Marcel R. (36) als Zeuge wahrheitswidrig ausgesagt haben. Dafür steht er seit Montag selber vor Gericht - nicht zum ersten Mal.
Für die Justiz ist Marcel R. kein Unbekannter. Er wurde bereits wegen Körperverletzung im Amt zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er bei einer Kontrolle gemeinsam mit einem Kollegen einen "Reichsbürger" zu hart angefasst haben soll.
Am Montag musste sich der Polizist wieder vor dem Amtsgericht verantworten.
So soll er sich 2023 während einer Gerichtsverhandlung vor dem Sitzungssaal mit einem Kollegen über den Fall unterhalten, dies vor dem Richter als Zeuge aber verneint haben.
Dafür gab es einen Strafbefehl wegen falscher uneidlicher Aussage. Den lässt der Ordnungshüter jedoch nicht auf sich sitzen.
Beim Prozessauftakt wies Marcel R. die Vorwürfe von sich, sagte, dass die Unterhaltung mit dem Kollegen sich nur auf allgemeine Dinge bezog, nicht jedoch auf den Fall. Der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress
