Dresden - Seit vier Monaten läuft am Landgericht Dresden der Prozess gegen Felix M. (31). Der Dresdner soll seinen Stiefsohn Marek im September 2025 so massiv geschüttelt haben, dass das zehn Monate alte Baby starb. Der Angeklagte bestreitet bisher, beschuldigte sogar seine eigene Tochter (10), wahlweise die Kindesmutter (22). Alle Angaben wurden bisher widerlegt. Nun schilderte Felix plötzlich einen neuen Tathergang.
"Ich widerrufe alle bisherigen Aussagen", sagte er. "Die Wahrheit habe ich bisher aus Scham verschwiegen."
An besagtem Tag hätten er und die Kindesmutter gestritten, ob Marek dem Arzt vorgestellt werden soll. "Ich habe das Kind nehmen wollen. Im Gerangel fiel Marek auf den Boden", so Felix, der "vermutet", dass das Baby dabei die tödlichen Verletzungen erlitt.
Die Obduktion des kleinen, geschundenen Leichnams ergab, dass Marek schon zuvor zahlreiche Kopfverletzungen erlitten hatte. Laut Anklage schlug Felix das Baby früher schon.
Auch dafür hatte er eine (neue) Erklärung: Die Familie sei Auto gefahren, Marek hätte im Fußraum bei Felix gestanden. "Er war leider nicht angeschnallt", so der Angeklagte. Die Kindesmutter, die fuhr, habe so scharf gebremst, dass "Marek gegen das Armaturenbrett knallte und sich übergab".
Sämtliche bisherige Versionen von Felix wurden durch Zeugen, Daten oder Sachverständige widerlegt.
Eigentlich wollte die Kammer im November urteilen. Auch darüber, ob der vorbestrafte Felix in Sicherungsverwahrung muss. Das alles verschiebt sich nun. Denn die neuen Angaben müssen geprüft werden.