"Das war frech": Dealer lieferte seinen Stoff sogar in Dresdner Knast
Dresden - So schnell wird aus einer Bewährung ein Knastaufenthalt von sechs Jahren und vier Monaten. So lange muss Marc M. (24) nun vermutlich hinter Gitter. Der Freitaler hatte trotz Chance durch die Justiz weiter gedealt, sogar Drogen in den Knast geliefert.
"Das war frech", konstatierte der Richter am Landgericht. Marc hatte noch im Februar 2025 Bewährung kassiert, obwohl er laut Anklage monatelang kiloweise mit Marihuana handelte. Zum Schutz des Rauschgifts hatte er Machete, Federdruckpistole und Samuraischwert bei sich.
"Doch zu der Zeit, als mit Ihnen der Bewährungsplan besprochen wurde, dealten Sie schon wieder", so der Richter weiter. Marc dealte nicht nur im Stadtgebiet.
"Sie hatten eine regelrechte Verkaufskette in die JVA", sagte der Richter. Marc organisierte Crystal und Doping-Pillen über Mittelsmänner und beauftragte eine Frau, den Stoff bei Besuchen in den Knast zu schmuggeln.
Als diese im November 2025 bei einer Einlasskontrolle aufflog, nannte sie ihre Quelle. Noch in der Nacht rückte die Polizei bei Marc zur Razzia an. Es nützte nichts, dass er Drogen im Staubsauger verschwinden ließ, andere aus dem Fenster warf ...
Für die neuen Taten kassierte er nun vier Jahre und sechs Monate Haft. "Und sicher wird auch die frühere Bewährung widerrufen. Die kommt dann noch dazu", kündigte der Richter an. Mithin müsste Marc zusätzliche 22 Monate absitzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Montage: Peter Schulze, Thomas Türpe
