Eltern abgezockt? Tochter kommt mit blauem Auge davon
Dresden - Es wird sich wohl nie vollständig aufklären lassen: Ab 2013 hatte Silvana H. (57) die Verfügungsgewalt über das Konto ihrer Eltern bekommen. Doch an diesem soll sie sich großzügig bedient haben. Am Freitag endete nun der Prozess vor dem Dresdner Amtsgericht ohne Urteil. Denn beide Eltern sind mittlerweile verstorben.
Der Staatsanwalt konnte wegen der Länge nur eine verkürzte Anklage verlesen.
Ab dem Jahr 2021 soll sich Silvana H. am Konto ihrer Eltern vergriffen haben. Insgesamt 107-mal. Zum Großteil handelt es sich dabei um Bestellungen beim Versandhändler "Otto", aber auch bei einem Fleischer wurde mit dem elterlichen Konto bestellt.
Im Jahr 2021 verschwanden so rund 5802 Euro, im Jahr darauf 4214 Euro und 2023 noch mal 1076 Euro. Insgesamt waren das 11.091,40 Euro, die zum Beispiel für Kleider ausgegeben worden sein sollen.
Doch das Verfahren gestaltete sich kompliziert: "Die Hauptbelastungszeugin ist mittlerweile verstorben", erklärt die Richterin.
"Wir haben 107 Positionen offen, sie wurde nicht zu allen Punkten befragt." Und so regte sie eine Einstellung gegen Zahlung von 3000 Euro an.
Die Hälfe sollte an die Schwester gehen. Doch diese lehnte wegen laufender Zivilprozesse ab. Nun muss Silvana H. die 3000 Euro an die Alzheimer Gesellschaft in Dresden zahlen. Ob und wie sie den Schaden wiedergutmachen muss, liegt noch beim Zivilrichter.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, IMAGO/C3 Pictures
