Kamera versteckt: Mitbewohner filmte Frauen heimlich in der Dusche

Dresden - Sie lebten in einer Wohngemeinschaft. Die Mitbewohner waren oft zusammen auf Festivals, in Bars, verstanden sich gut. Doch dann machte eine Studentin (23) eine furchtbare Entdeckung.

Sebastian W. (32) filmte heimlich die Frauen in seiner WG. Nun wurde er verurteilt.  © Eric Münch

Mitbewohner Sebastian W. (32) filmte heimlich die Frauen der WG im Dresdner Hechtviertel. Seither kämpfen die Opfer psychisch mit den Folgen. Am Dienstag saß Elektriker Sebastian wortkarg vorm Amtsrichter.

"Ja, ich war das", gestand er leise, sichtlich unangenehm berührt, dass seine alten WG-Mitstreiter im Saal saßen. Auf der Suche nach ihren Ohrringen war die Studentin im September 2025 in ihrem Schrank auf eine ihr unbekannte Powerbank gestoßen.

"Da war ein Kabel dran", so die Frau. "Ich zog daran und entdeckte eine Kamera." Die filmte direkt in ihr Zimmer! "Danach war ich panisch", so die Zeugin, die die gefundene Technik und ein paar Klamotten raffte und fluchtartig die Wohnung verließ. Derweil saß Sebastian, dem wohl schwante, was passiert war, ruhig in der Küche ...

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Einen Tag nach der Anzeige verließ er die Wohnung und hinterließ einen Brief. Darin schrieb der arbeitslose Elektriker, dass er mit der Kamera seiner "Einsamkeit entgegenwirken wollte". Dass sich "daraus aber schnell schlimme Machtfantasien entwickelten".

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Die Kamera war im Bad, im Schrank oder im Wäschekorb im Flur versteckt (Symbolfoto).  © 123RF

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Die Polizei fand auf der Speicherkarte 8122 Aufnahmen, die in nur drei Monaten gemacht wurden: Sie zeigen die Frauen der WG und Gäste auf dem Klo, beim Gang in die Dusche oder im Bett. Fünf "Standorte" ermittelte die Polizei. Darunter ein Wäschekorb im Flur.

"Das war schon harter Tobak", so der Richter, der den bisher nicht vorbestraften Sebastian zu 1800 Euro Strafe verurteilte und sich an die Opfer wandte: "Hoffentlich gelingt es Ihnen, einen Abschluss zu finden", so der Jurist. "Es gab bei den Ermittlungen keinerlei Hinweis darauf, dass die Bilder weitergeleitet wurden. Die beschlagnahmten Dateien sind bei der Staatsanwaltschaft und werden dort vernichtet."

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