Ohne Gurt im Auto, Wohnung ein "Drogenbunker": Haft für Dresdner Hausmeister
Dresden - Wer nicht angeschnallt Auto fährt, riskiert ein Ordnungsgeld. Auch Daniel B. (35) wurde gestoppt, weil er ohne Gurt hinterm Steuer saß. Doch statt üblicher 30 Euro Geldbuße kassierte der Hausmeister Haft! Daniel landete auf der Anklagebank im Landgericht Dresden und wurde zu drei Jahren und neun Monaten Knast verurteilt.
Höhe Flügelwegbrücke war im April mittags einer Polizeistreife der Mitsubishi aufgefallen. "Der Fahrer war nicht angeschnallt", so ein Beamter.
Am Rathaus Cotta kam es zur Kontrolle, wobei Daniel aus dem Wagen stieg. "Dabei ragte aus seiner linken Hosentasche eine Cliptüte mit kristallinem Inhalt", so der zweite Polizist, dem sofort schwante, was Daniel bei sich trug.
Und richtig: Der Hausmeister hatte nicht nur Drogen in der Hose, sondern auch im Auto. Einen Führerschein hatte er nicht, aber griffbereit ein Messer im Mitsubishi. In seiner Wohnung fand sich noch über ein Kilo Levoamphetamin. Eine chemische Droge, die anders wirkt als Crystal, aber ebenfalls verboten ist.
Obendrein lag eine Machete im Flur, weshalb Daniel wegen bewaffneten Handeltreibens mit Drogen angeklagt wurde.
Hausmeister stellte eigene Wohnung als Drogenbunker zur Verfügung
Im Prozess gestand er, selbst Crystal zu konsumieren. Er sei angesprochen worden, seine Wohnung als "Bunker" zur Verfügung zu stellen: Dealer lagerten dort Drogen, die Daniel auf Anweisung portionierte und auslieferte. Sein Lohn: Crystal zum Eigenbedarf.
Machete und Messer wären dagegen Werkzeuge für seinen eigentlichen Job gewesen. Der Hausmeister will nun eine Therapie machen. Vorerst muss er aber das Urteil absitzen.
Titelfoto: Montage: Peter Schulze, Norbert Neumann
