Dresden - Laut Anklage prügelte, würgte und beleidigte Alexander M. (31) seine damalige Freundin Kira (25, Name geändert) immer wieder. Als die Schwangere dabei eine Wunde am Oberschenkel erlitt, wollte der OP-Helfer die Frau zu Hause "zusammennähen", damit niemand von der Attacke erfährt! Im Prozess gegen den gebürtigen Leipziger am zuständigen Amtsgericht Dresden geht es gar noch um ein weiteres Opfer. Der Angeklagte glaubt, die Frauen wollen Rache nehmen ...
"Er war am Anfang mein Traummann", sagte Kira, die irgendwann nur noch "Todesangst" hatte. "Er war ständig im Monster-Modus", so die Frau, die die Stadt wechselte. "Ich wusste, wenn ich nicht aus Dresden weggehe, sterbe ich."
Über Monate wurde sie brutal gedemütigt und körperlich angegriffen.
"Hinterher tat es ihm immer leid, und er wollte zur Therapie", so Kira, die von Kopfnüssen, Schlägen, dass sie in die Badewanne fiel, Herausreißen von Haarbüscheln und Würgen bis zur Bewusstlosigkeit erzählt.
Als bei einem solchen Angriff eine Karaffe zu Bruch ging, erlitt Kira eine Schnittwunde am Oberschenkel. Alexander spritzte ihr Schmerzmittel, um sie zu Hause zu nähen.
"Ich hatte Angst. Da rastete er aus", so die Frau. Er drohte ihr, sie mit dem OP-Besteck zu verletzen, wenn sie nicht still ist.
Alexander M. relativiert seine Taten vor Gericht
Vor Gericht jammerte Alexander: "Es tut mir leid", relativierte aber sämtliche Taten.
"Ich bin mir nicht sicher, ob wir da schon schwanger waren", erklärte er zum Beispiel. Oder betonte: "Ich habe die Instrumente ja desinfiziert."
Sowohl Kira als auch eine weitere Freundin würgte der Täter, oft bis zur Bewusstlosigkeit. "Das war nur Aggressionsabbau", erklärte Alexander.
Auf die Frage einer Anwältin der Frauen, ob er wisse, was beim Würgen passiert, sagte er patzig: "Sie reden hier mit jemandem, der lange in der HNO-Abteilung gearbeitet hat. Natürlich weiß ich, was passiert."
Im Übrigen glaubt er, die Frauen wollten ob der "Vorfälle" Rache nehmen, hätten ihn deshalb angezeigt.
Urteil folgt.