Dresden - Neuer Versuch, einen mutmaßlichen Dealer zu verurteilen. Im Landgericht Dresden begann erneut der Prozess gegen Jamal M. (34).
Im ersten Anlauf im November war die Verhandlung geplatzt, weil die Justiz Aktenteile verbummelt hatte. Der Iraker soll mit einem Leipziger (46) in Dresden sieben Kilo Crystal, ein Kilo Marihuana und 750 Milliliter Liquid Ecstasy verscherbelt haben.
Laut Anklage bestellte Jamal zwischen September 2024 und März 2025 den Stoff, sein Bekannter portionierte und verkaufte das Rauschgift. Zu den Vorwürfen schweigt der Angeklagte. Beim ersten Prozess sagte dagegen der inzwischen verurteilte Kumpel aus.
Der Leipziger, der heute im Zeugenschutzprogramm ist, erzählte eine wilde Geschichte: Demnach habe er mit Marihuana gedealt. "Aus Versehen" sei ihm ein Kilo Crystal geliefert worden. Weil er die Ware nicht zurückgeben konnte, bunkerte er sie in einem Schacht eines Hochhauses in Gorbitz.
Genau da deponierte Jamal kurz danach Crystal. Das komplette Rauschgift aber sei dann gestohlen worden. Beide Männer wurden daraufhin von ihren Lieferanten bedroht, seien sozusagen zum Dealen von weiterem Crystal gezwungen worden.
Aufgeklärt werden konnte die Version im ersten Prozess nicht, denn die Audio-Daten der mitgeschnittenen Telefonate waren bei der Justiz verschüttgegangen, der Prozess platzte. Jamal ist seither auf freiem Fuß. Urteil folgt.