Wegen Drogen auf Bewährung: Crystal-Dealer liefert trotzdem in den Knast
Dresden - Undankbarer geht es kaum. Die Justiz hatte Marc M. (24) eine Chance gegeben. Obwohl er mit haufenweise Marihuana gehandelt hatte, kam er mit Bewährung davon. Das war im Februar 2025. Jetzt sitzt Marc wieder auf der Anklagebank im Landgericht Dresden. Er dealte wieder! Diesmal lieferte er sogar Crystal in den Knast!
Gleich zum Prozessauftakt gestand Marc seine Taten: So dealte er im Stadtgebiet mehrfach mit Crystal, bunkerte in seiner Freitaler Wohnung Pilze, Schmerzmittel, Cannabis und andere Drogen.
Und er gehörte zu einem Trupp, der Crystal in den Knast schmuggelte.
"Ich bekam Stoff geliefert, durfte einen Teil behalten", so Marc, der das restliche Rauschgift einer Freundin gab. Die schmuggelte es ihrerseits bei Besuchen hinter Gitter. Achtmal, so die Anklage, wurde auf diese Weise Rauschgift in den Knast geliefert.
Besonders dreist: Marc stand unter Bewährung! Wegen bewaffneten Handeltreibens mit Marihuana hatte er 22 Monate Haft kassiert, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Als die Deals im Knast begannen, besprach er zeitgleich mit der Justiz seinen Bewährungsplan!
Beschuldigter saugte Drogen mit dem Staubsauger weg, als Polizei anrückte
Im November 2025 flog die "Lieferantin" im Knast auf und verpfiff Marc. Noch in der Nacht rückte die Polizei bei ihm zur Razzia an.
Hurtig versuchte er, die Drogen loszuwerden: Er warf einige aus dem Fenster, andere ließ er per Staubsauger "verschwinden" - vergeblich. Sie wurden alle gefunden.
Diesmal droht Marc eine Strafe ohne Bewährung. Zusätzlich muss er auch die 22 Monate aus dem früheren Urteil absitzen. Urteil folgt.
Titelfoto: Peter Schulze
