Wegen Freiheitsberaubung angeklagt: Hat er seine Ehefrau eingesperrt?

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Dresden - Einer lügt. Aber wer? Diese Frage muss das Amtsgericht Dresden klären. El Mehdi C. (31) soll seine Frau (26) stundenlang in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt haben und ist nun wegen Freiheitsberaubung angeklagt. Doch der Softwareentwickler bestreitet vehement.

El Mehdi C. (31) bestreitet, seine Frau eingesperrt zu haben.
El Mehdi C. (31) bestreitet, seine Frau eingesperrt zu haben.  © Peter Schulze

Im Juli 2025 rückte die Polizei zur ehelichen Wohnung in die Wilsdruffer Vorstadt in Dresden aus. Die Ehefrau von El Mehdi hatte zuvor eine Mail an den Ausländerrat geschickt: Sie sei seit dem Vortag eingesperrt, habe keinen Schlüssel. Laut Anklage hatte der Ehemann sie zuvor auch noch bedroht, weil sie nicht mit ihm nach Marokko fahren wollte.

"Das stimmt nicht. Sie hatte einen Schlüssel", so der Angeklagte, der seit Juni 2023 verheiratet war, seine Frau im Februar 2025 nach Dresden holte.

Sie besuchte schon zuvor in Marokko einen Deutschkurs, lernte auch hier die neue Sprache. "Aber mein Mandant hat sich mehr Integrationswillen gewünscht", so sein Verteidiger. Das sei ein Streitpunkt gewesen.

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Und: "In der Ausländerbehörde wurde ihr gesagt, dass ihr Aufenthaltsstatus von mir abhängt", sagte El Mehdi. "Das hat ihr wohl nicht gepasst." Der Urlaub in Marokko war geplant gewesen, doch plötzlich habe sie nicht mehr gewollt.

Ex-Frau lebt inzwischen in Spanien

Auch deshalb war Zoff. Inzwischen ist das Paar geschieden, "wegen unzumutbarer Streitigkeiten", wie ein marokkanisches Gericht protokollierte. Die Ex-Frau lebt inzwischen in Spanien - ist unauffindbar.

Der Richter will nun die Polizisten vom damaligen Einsatz hören, ehe er ein Urteil fällt.

Titelfoto: Peter Schulze

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