Dresden/Großenhain - Die Vorwürfe sind widerlich: Laut Anklage hat Jens A. (47) aus Großenhain seine Lebensgefährtin über Jahre immer wieder sediert (betäubt), die wehrlose Frau dann vergewaltigt und die Filme ins Internet gestellt. Nun begann der Prozess am Landgericht Dresden.
Seit Februar sitzt Jens schweigend in U-Haft. Der Staatsanwalt listete drei Vergewaltigungen und vier Fälle sexueller Nötigung auf. Zwischen 2009 und Dezember 2025 soll er seine Lebensgefährtin (49) immer wieder mit Rauschgift oder Alkohol sediert haben.
In der Wohnung oder der Gartenlaube wurde das Opfer dann von ihm missbraucht, dabei teilweise gefilmt. "Die Aufnahmen wurden später an Dritte weitergegeben", so der Jurist.
Kurz: Die widerlichen Szenen waren im Netz abrufbar. Auf derlei Porno-Seiten schleuste sich ein investigatives Reporterteam vom NDR ein. Dort "feiern" sich Männer für ihre Taten, stacheln sich zu derlei Widerwärtigkeiten an, tauschen sich über ihre Machenschaften aus. Schon im Juli 2023 meldeten die Journalisten dem BKA einen konkreten Fall aus Norddeutschland.
Doch die zuständige Polizei blieb ein Jahr untätig! Erst als die Reporter erneut Alarm schlugen, begannen die Ermittlungen. Der dortige Täter (60) wurde nie verurteilt, er starb inzwischen bei einem Unfall.
Lebensgefährtin ahnte nichts
Im Zuge der Ermittlungen des Staatsanwalts in Niedersachsen aber geriet Jens aus Großenhain ins Visier der Fahnder. Die Info bekam der hiesige Staatsanwalt im Januar 2026. Drei Wochen später klickten bei Jens die Handschellen. Seine Lebensgefährtin trennte sich von ihm, als die Taten ans Licht kamen. Sie hatte laut Behörden nie mitbekommen, dass sie Opfer von derlei Gewaltverbrechen wurde.
Zum Schutz des Opfers wurde beim Prozessauftakt die Anklage ohne Öffentlichkeit verlesen. Ob Jens sein Schweigen bricht, ist unklar. Die Kammer will ihr Urteil noch im Oktober fällen.