Ex-Freundin erhebt schwere Vorwürfe: Maschsee-Mörder beteuert vor Gericht seine Unschuld
Von Frank Christiansen
Düsseldorf - Alexander K. (38), der sogenannte Maschsee-Mörder stand am Dienstag in Düsseldorf wegen schlimmer Gewaltvorwürfe erneut vor Gericht. Dort beteuerte er seine Unschuld.
"Ich habe echt nichts gemacht", sagt der 38-Jährige, der am Dienstag mit einem hellblauen Hemd und einer dunkelblauen Weste vor dem Landgericht aufgetaucht war, als Bilanz seiner rund zweistündigen Einlassung beim Prozessauftakt.
Seine Ex-Freundin wirft ihm Gewaltexzesse gegen sie vor. K. ist wegen gefährlicher Körperverletzung und Geiselnahme angeklagt.
Nach Verbüßung einer früheren Haftstrafe wegen des Mordes an einer Prostituierten in Hannover war er im vergangenen Jahr freigekommen und zu der damals neuen Freundin nach Düsseldorf gezogen. Am 22. Dezember und Anfang Januar soll er sie dann gewürgt, geschlagen, misshandelt und in der Wohnung eingesperrt haben.
Deswegen wurde er am 11. Januar am Düsseldorfer Hauptbahnhof verhaftet. Dem 38-Jährigen drohen nun bis zu 15 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung.
Angeklagter soll Düsseldorferin mit dem Tode bedroht und Folter angedroht haben
"Ich war von den Vorwürfen komplett schockiert", sagt der Angeklagte. Der vorbestrafte Mörder stellt die Gewaltvorwürfe als Intrige seiner damaligen Lebensgefährtin dar. Die habe ihm Psychopharmaka ins Essen gemischt und systematisch die Community zerstört, die er sich als Influencer aufgebaut habe. "Sie hat sogar meine Mutter manipuliert", sagt er. "Von ihrer Aussage ist nicht ein Wort wahr."
Eine Badezimmertür, die er angeblich zerstört habe, habe er nach der Rückkehr von einer Reise kaputt vorgefunden. Seine Freundin habe ihm und dem Vermieter damals gesagt, der Schaden sei bei einer Rangelei mit ihrer Tochter entstanden.
Laut Anklage hatte sich K. in der Wohnung auf die Düsseldorferin gesetzt und sie mit beiden Händen für mehrere Sekunden gewürgt. "Ich hätte dich lieber umbringen sollen", soll er dabei gesagt haben. Wenige Tage später, am Neujahrstag 2026, soll es erneut zu einem Gewaltausbruch gekommen sein.
Er soll sie aufgefordert haben, ihm ihr Mobiltelefon zu geben, um eine Sprachnachricht abzuhören. Als die Freundin sich weigerte, soll er sie gefragt haben: "Willst du, dass ich dich töte?" Dann soll er sie geschlagen, mit einer Säge bedroht und verletzt haben. Im Bad habe er sie an die Duscharmatur gefesselt.
Falls sie um Hilfe rufe, werde er sie mit Waterboarding foltern, soll er ihr angedroht haben. Eine halbe Stunde lang habe er ihr dann kaltes Wasser über Kopf und Körper laufenlassen, wobei die Frau kaum Luft bekommen, aber aus Angst nicht um Hilfe geschrien haben soll. Sie habe eine Schnittverletzung sowie starke Hämatome an Handgelenken, am Kopf, Rücken und Gesäß erlitten.
Alexander K. tötete Prostituierte aus reiner Mordlust
Der Angeklagte bestreitet die Gewaltausbrüche: Er habe lediglich einen Schlag von ihr abgewehrt, wobei sie vom Bett gerutscht sei. Noch an Heiligabend sei sie mit ihm zu seinen Eltern nach Minden gereist und habe Weihnachten dort mit ihm verbracht.
Im Düsseldorfer Hauptbahnhof war der vorbestrafte Mörder mit Messern, Stahlkugeln, einer Schleuder und einer Kralle im Gepäck festgenommen worden. Er habe seinen gesamten Hausstand dabeigehabt, sagt er. "Das war ja quasi mein Umzug." Zuvor habe seine Freundin ihn rausgeworfen.
Alexander K. hatte 2012 in Hannover eine aus Ibbenbüren in NRW stammende 44-jährige Prostituierte getötet, zerstückelt und die Leichenteile in den Maschsee geworfen. Pure Mordlust habe ihn getrieben, stellte das Landgericht Hannover damals fest und wies den Mann in eine Psychiatrie ein.
Nach seiner Haftentlassung hatte er im Internet mit seiner Tat kokettiert und sich eine Gefolgschaft aufgebaut: "Ich hatte bei TikTok eine Million Views." Er bewarb T-Shirts mit makabren Aufdrucken ("Ich überlebte ein Date - Maschseemörder"), eines seiner Bücher trägt den Titel "Der Maschseemörder". Er habe aber anfangs auch 500 Drohungen pro Tag bekommen. Einer seiner größten "Hater" sei der Sohn der Frau gewesen, die er umgebracht habe.
Der Prozess am Düsseldorfer Landgericht wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann soll das mutmaßliche Opfer aussagen. Die Anwältin der Frau hat eine audiovisuelle Vernehmung beantragt, um ihr eine direkte Konfrontation mit dem Angeklagten zu ersparen.
Erstmeldung: 15. September, 6.37 Uhr; zuletzt aktualisiert: 15. September, 15.46 Uhr
Titelfoto: Bildmontage: Henning Kaiser/dpa, Emily Wabitsch/dpa

