Hamburg - Jetzt wurde er selbst zum Opfer! Shahriar J. (21), besser bekannt als "White Tiger", hat mindestens den Tod eines Kindes auf dem Gewissen und sitzt seit Juni 2025 im Gefängnis. Dort ging es ihm Anfang des Jahres selbst an den Kragen.
Wie seine Anwältin Christiane C. Yüksel im Januar gegenüber TAG24 mitgeteilt hatte, war ihr Mandant in der Jugendvollzugsanstalt Hahnöfersand zu seinem eigenen Schutz isoliert untergebracht worden.
Als es zum Prozessbeginn kam, wurde der 21-Jährige aufgrund des drohenden Schneesturmes einen Tag eher als geplant in das Untersuchungsgefängnis nach Hamburg gebracht. Dort wurde er in einer Sammelzelle von Mitgefangenen erkannt.
Laut seiner Anwältin sei J. auf seine Uhr angesprochen worden, woraufhin er nicht reagiert habe. Mehrere Personen sollen sich daraufhin auf ihn gestürzt, die Uhr vom Handgelenk gerissen und ihn verprügelt haben. Er erlitt dabei Verletzungen.
Wie Bild nun berichtet, steckte hinter dem Angriff wohl etwas mehr. Mithäftlinge sollen eine Art "Kopfgeld" auf "White Tiger" ausgesetzt haben. Als der Einsatz bei 24 Packungen Tabak lag, schlugen sie eiskalt zu.
Auf Bild-Nachfrage konnte eine Sprecherin der Justizbehörde zu dem vermeintlichen "Kopfgeld" nichts sagen. Das Vorgehen der Behörden auf Hahnöfersand, wo J. einer von rund 115 Häftlingen ist, scheint aber nicht grundlos zu sein. Er gilt dort aufgrund seiner schweren Taten als verhasst.
"White Tiger"-Prozess: Shahriar J. drohen bis zu zehn Jahre Haft
Der Angeklagte soll unter dem Decknamen "White Tiger" zwischen 2021 und 2023 als Kopf des internationalen Cyberkriminellen-Netzwerks "764" agiert haben. Nach dem Tod eines 13-Jährigen in den USA sowie mehreren versuchten Morden an einer Kanadierin im Teenageralter konnte er gefasst werden.
Insgesamt werden dem Deutsch-Iraner von der Staatsanwaltschaft mehr als 200 Straftaten vorgeworfen, die er mittelbar über das Internet begangen haben soll. Betroffen sind mehr als 30 Kinder und Jugendliche aus mehreren Ländern.
J. selbst schweigt bislang zu den Vorwürfen. Der Prozess gegen ihn läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ein Urteil soll frühestens im Dezember fallen.
Im Falle einer Verurteilung droht dem 21-Jährigen nach Jugendstrafrecht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.