Von Wilhelm Pischke
Cottbus/Aachen - Nach einer Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern kommt der tatverdächtige 48-Jährige in Untersuchungshaft.
"Der Haftbefehl ist eröffnet worden, der Beschuldigte geht in Untersuchungshaft", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Cottbus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Störung öffentlicher Betriebe und die Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel vor.
Perspektivisch werde der Verdächtige in die JVA Cottbus gebracht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wann der 48-Jährige dorthin verlegt werde, sei bislang nicht klar. Das werde normalerweise in Sammeltransporten organisiert, sagte der Sprecher. Aktuell befinde sich der Tatverdächtige noch bei der Polizei in Aachen und werde dann in eine JVA in der Nähe gebracht.
Der Gesuchte war Polizisten am Dienstag bei einem Großeinsatz in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen aufgefallen. Sie nahmen ihn fest.
Die Ermittler glauben, dass er an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht hat, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren - in einigen Fällen ist ihm das gelungen.
Den Ermittlungen zufolge soll der Mann an mehreren Orten Abschussvorrichtungen aufgebaut und mit selbstgebauten Raketen einen Draht über Hochspannungsleitungen geschossen haben.
Verdächtiger wollte seine Angriffe fortsetzen
Mindestens zweimal kam es dadurch zu Kurzschlüssen, und einzelne Blöcke von nahe gelegenen Kraftwerken wurden lahmgelegt. Der Verdächtige wollte seine Angriffe nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (74, CDU) fortsetzen.
"Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden", sagte Reul in Duisburg. "Im Moment spricht alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war."
Erstmeldung vom 9.. September um 13.56 Uhr, aktualisiert um 17.56 Uhr