Von Malte Kurz, Marc Herwig, Oliver Auster, Frank Christiansen
Essen - Im Zuge eines Arztbesuchs wurde ein Häftling (34) der JVA in Essen am Mittwochnachmittag von zwei bislang unbekannten Personen befreit. Das Trio ist flüchtig und möglicherweise bewaffnet, warnt die Polizei.
In Begleitung mehrere Justizbeamte wurde der Häftling von seinem Gefängnis zu einer Arztpraxis am Kennedyplatz transportiert. Dort schlugen die Komplizen zu, wie eine Sprecherin der Polizei gegenüber TAG24 am Nachmittag erklärte.
Laut Information der Deutschen Presse-Agentur überfielen die maskierten Angreifer die Beamten gegen 12.45 Uhr im Hausflur des Arztes. Nach ersten Ermittlungen kam es zu einer Rangelei, bei der einer der Beamten seine Waffe gezogen habe. Sie sei ihm aber aus der Hand geschlagen worden.
Anschließend sollen die Justizbediensteten von den Tätern gefesselt worden sein - die Beamten blieben unverletzt. Nach der Tat flüchtete das Trio in unterschiedliche Richtungen.
Nach Angaben des NRW-Justizministeriums saß der 34-Jährige wegen Drogendelikten und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Er wird dem Bereich der Clankriminalität zugeordnet.
Helfer und Häftling sind gegenwärtig auf der Flucht und möglicherweise bewaffnet, warnte die Polizei. Die Beamten mahnten die Bevölkerung zur Vorsicht.
"Sollten Sie eine verdächtige Person bemerken, sprechen Sie sie nicht an! Rufen Sie umgehend die 110 an. Derzeit kann eine Bewaffnung der Täter nicht ausgeschlossen werden", schrieb die Polizei auf der Online-Plattform X.
Die Essener Behörde ist gegenwärtig mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Zeuge findet in der Nähe eine Handgranate aus Holz
Die Gefangenenbefreiung war noch nicht lange her, da entdeckte ein Zeuge ganz in der Nähe plötzlich einen Gegenstand, der aussah wie eine Handgranate.
Einsatzkräfte sperrten den Bereich weiträumig an, ein Entschärfer-Team des Landeskriminalamts rückte an. Doch die Experten konnten schnell Entwarnung geben.
Die Handgranate war eine Attrappe aus Holz. Wer sie dort abgelegt haben könnte und ob sie womöglich bei der Gefangenenbefreiung eine Rolle gespielt hat, sagte die Polizei zunächst nicht.
Erstmeldung am 14. Oktober um 15.51, Update am 14. Oktober um 20.09 Uhr