Betrüger wollen mit Schockanruf bei Seniorin abkassieren, doch dann klicken die Handschellen
Von Anabel Giesbert
Limburg - Endlich mal ein Erfolg im Kampf gegen Betrüger: Wegen sogenannter Schockanrufe sind in Hadamar drei Verdächtige im Alter von 22 bis 54 Jahren festgenommen worden.
Das teilte die Polizei am Mittwoch zu dem Fall mit. Eine 73 Jahre alte Seniorin aus Hadamar im Kreis Limburg-Weilburg sei auf ihrem Festnetztelefon von einer unbekannten Person angerufen worden.
Die Anruferin gab sich als Polizeibeamtin aus.
Im weiteren Verlauf des Telefonats am frühen Dienstag gegen 16.50 Uhr wurde der älteren Dame vorgetäuscht, ihre Tochter habe eine Person angefahren - und damit sie nicht ins Gefängnis müsse, sei eine entsprechende Kaution fällig.
Die vermeintliche Polizeibeamtin erkundigte sich den Angaben zufolge nach den Wertgegenständen der Frau und kündigte an, jene abholen zu wollen.
Der Sohn der älteren Dame erkannte die Betrugsmasche und wandte sich an die Polizeistation in Limburg.
Bei der Übergabe eines präparierten Stoffbeutels ohne Inhalt wurden zwei Beschuldigte von den Beamten vor Ort festgenommen. Der dritte Verdächtige wurde nach einer Flucht mit einem Fahrzeug schließlich ebenfalls gefasst.
Wie man sich vor diesen Betrügern schützen kann
Es wird wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges ermittelt. Die Beschuldigten sollten noch am Mittwoch einem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.
Wie lässt sich bestmöglich verhindern, überhaupt Opfer eines solch fiesen Betrugs zu werden?
Die Beamten schreiben hierzu: "Die Polizei wird niemals Bargeld oder Wertgegenstände bei Ihnen abholen oder zur Sicherung entgegennehmen."
Auch sämtliche Staatsanwaltschaften oder andere Behörden fordern niemanden telefonisch dazu auf, Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zur Abholung bereitzulegen oder an unbekannte Personen zu übergeben, hieß es weiter.
"Werden Sie von einer angeblichen Polizeibeamtin oder einem angeblichen Polizeibeamten angerufen und nach persönlichen Daten, Vermögenswerten oder anderen sensiblen Informationen gefragt, beenden Sie das Gespräch."
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

