Brand auf Rheinmetall-Baustelle: "Bekennerschreiben" aufgetaucht
Von Jörn Bender
Calden - Echt oder doch ein Fake? Nach der mutmaßlichen Brandstiftung auf einer Baustelle des Rüstungsunternehmens Rheinmetall am Flughafen Kassel-Calden untersucht die Polizei ein im Internet veröffentlichtes "Bekennerschreiben".
Das Schreiben auf einer vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform werde "bei den weiteren Ermittlungen intensiv geprüft", teilte das Polizeipräsidium Nordhessen zum Fall mit.
Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus und suchen weiterhin nach Zeugen, die zur Tatzeit etwas Verdächtiges beobachtet haben. Die Ermittlungen hierzu führt die Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen.
In der Nacht zum Freitag hatten auf der Baustelle drei Baufahrzeuge gebrannt. Ein Zeuge hatte gegen 3.15 Uhr die Feuerwehr und Polizei alarmiert.
Die Feuerwehr löschte die Fahrzeuge. Weitere danebenstehende Maschinen wurden nach Angaben der Polizei ebenfalls beschädigt.
Hessens Innenminister Roman Poseck: "Beleg dafür, dass sich die linksextreme Szene radikalisiert hat"
Hessens Innenminister Roman Poseck (56, CDU) sprach von einem "gezielten Angriff". "Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die linksextreme Szene radikalisiert hat", heißt es der schriftlichen Stellungnahme des Ministers zu dem Brand.
Die Sicherheitsbehörden stellen nach seinen Angaben "sowohl eine Vergrößerung des Personenpotenzials als auch eine Steigerung von schweren Straf- und Gewalttaten fest". Die Tat in Calden folge auf schwerwiegende Straftaten, die mutmaßlich linksextrem motiviert seien Poseck.
Erst im September sei ein Anschlag auf ein CDU-Büro in Offenbach begangen worden. Zuvor seien unter anderem in Kassel vier Fahrzeuge der Bundeswehr und mehrere Transportfahrzeuge des Regierungspräsidiums in Brand gesetzt worden.
Bei dem Gelände, auf dem sich der jüngste Fall ereignete, handelt sich nach Angaben der Ermittler um den Standort des geplanten Logistik- und Trainingszentrums sowie des Drohnentestzentrums am Kassel Airport. Rheinmetall und das Land Hessen hatten im August Investitionen von mehr als 260 Millionen Euro in den Standort angekündigt.
Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

