Dresden - Weniger Kriminalität, mehr Gewalt: Am Mittwoch veröffentlichte die Dresdner Polizei ihre Kriminalstatistik für 2025. Liegt die Zahl der Straftaten abgesehen vom Corona-Jahr 2021 auf einem Zehnjahrestief, haben die Gewalttaten mit 1934 Fällen einen neuen Rekordwert erreicht. Nun will die Polizei verstärkt die Mehrfach- und Intensivstraftäter ins Visier nehmen.
Am 25. Oktober klickten die Handschellen bei Christoph K. (34) in der Prießnitzstraße: Er soll dort auf einen anderen Mann mit dem Messer eingestochen haben, sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Es ist einer von elf Mord- und Totschlagsfällen des vergangenen Jahres.
Bei den meisten Gewalttaten in Dresden handelte es sich jedoch um gefährliche oder schwere Körperverletzungen. "Dahinter stehen 1333 Straftaten", sagt Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig (62).
"Das ist die höchste Zahl in den vergangenen zehn Jahren." Darüber hinaus stiegen auch die Raubdelikte um elf Prozent auf 471 Fälle. Die Hälfte der Tatverdächtigen war bei den Räubern noch nicht erwachsen.
Geht es um die Gewalt, konnte die Polizei insgesamt 1515 Tatverdächtige stellen, damit 74,1 Prozent der Attacken aufklären.
Über 50 Prozent der Tatverdächtigen waren nicht deutscher Herkunft
Überproportional dabei: Tatverdächtige nicht deutscher Herkunft mit einem Anteil von 50,6 Prozent. Die Polizei will nun in Dresden besonders bei den Mehrfach- und Intensivstraftätern durchgreifen, hat dazu am Mittwoch eine Koordinierungsstelle mit sechs Beamten eingerichtet.
"Neben täterorientierten Ermittlungen geht es um eine wirksamere Verzahnung unserer Maßnahmen der Strafverfolgung, der Gefahrenabwehr, des Ausländerrechts sowie der Prävention", erklärt Rodig.
Gemeint ist damit, dass künftig die Fälle eines Intensivstraftäters bei einem Ermittler landen anstatt bei den jeweils für die Tatorte zuständigen Beamten.
Insgesamt verzeichnete die Dresdner Polizei 42.735 Straftaten, der niedrigste Stand seit 2016 mit Ausnahme des Corona-Jahres.