Musikalisch und sexuell belästigt: Obdachloser mit Trompete macht Zugfahrt zur Hölle
Dortmund - Auf die Frage, wie schlimm sich ein Fahrgast in einem Zug der Deutschen Bahn verhalten will, antwortete dieser obdachlose Rumäne schlicht mit "Ja".
Der 65-Jährige belästigte am Mittwochnachmittag die Fahrgäste in einem Regionalexpress in NRW zunächst mit den Klängen aus seiner Trompete und bettelte dabei um Geld, wie die Bundespolizeiinspektionen aus Dortmund und Sankt Augustin in einer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag schrieben.
Als Einsatzkräfte den Bettler am Bahnhof in Schwerte (Kreis Unna) aus dem Zug zogen, berichteten zwei junge Frauen (21 und 23), dass sie von dem Obdachlosen nicht nur musikalisch, sondern auch sexuell belästigt wurden.
Während die 23-Jährige im Zug geschlafen hatte, wurde sie von dem rumänischen Staatsbürger an der Innenseite ihres Oberschenkels unsittlich berührt. Auch die jüngere Frau soll er angefasst haben.
Bei der Überprüfung seiner Personalien stellten die Beamten fest, dass dem 65-Jährigen bereits in der Vergangenheit verboten wurde, Züge und Einrichtungen der Deutschen Bahn überhaupt zu betreten oder zu nutzen.
Gegenüber der Polizei gab sich der Trompeten-Grabscher jedoch trotzig: "Nach erfolgter Belehrung gab der Tatverdächtige an, von dem Beförderungsverbot zu wissen, es sei ihm aber egal, da er Geld benötige und deswegen in den Zügen bettele. Weiter äußerte er sich nicht", hieß es in der Mitteilung.
Anschließend wurde er mit richterlicher Zustimmung vorübergehend in Polizeigewahrsam gesteckt. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruchs und sexueller Belästigung.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
