Nach Pyro-Angriff beim DFB-Pokal: PETA zeigt Polizei und Randalierer an

Mannheim/Stuttgart - Die gewalttätigen Ausschreitungen nach dem DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern haben ein juristisches Nachspiel. Die Tierrechtsorganisation PETA hat Anzeige erstattet.

Die Polizei befand sich mit Pferden und Hunden am Einsatzort.  © Foto Huebner/dpa

Wie PETA am Montag mitteilte, richtet sich die beim Veterinäramt Mannheim eingereichte Anzeige sowohl gegen Unbekannte, die am Freitagabend Pyrotechnik in Richtung der Tiere geworfen hatten, als auch gegen die zuständigen Reiter und Verantwortlichen der Polizei.

Bei dem Einsatz nach dem Abpfiff des brisanten Derbys waren vier Polizeipferde inmitten der Krawalle eingesetzt und teils mit Feuerwerkskörpern beschossen worden.

Aus Sicht der Tierschützer wurden die Pferde durch diesen Einsatz extremem Stress und Leid ausgesetzt. "Der Einsatz der Pferde auf dem Spielfeld war nicht nur völlig sinnlos, sondern hat die Tiere auch unnötig in Gefahr gebracht", kritisierte Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin bei PETA.

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Pferde seien hochsensible Fluchttiere, die in solchen Ausnahmesituationen enorme Angstzustände durchleben würden.

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Bei den Ausschreitungen wurde Pyrotechnik auf den Rasen geworfen.  © Uwe Anspach/dpa

Verbot von Dienstpferden gefordert

Die Organisation nimmt den Vorfall in Mannheim zum Anlass, Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (38, CDU) zu einem Verbot von Pferden im Polizeidienst aufzufordern. Als Vorbild nennt PETA dabei Hamburg. Die Hansestadt hatte kürzlich angekündigt, ihre Reiterstaffel bis Ende 2027 aus Kostengründen aufzulösen.

Die Tierschützer verweisen in ihrer Kritik nicht nur auf die generelle psychische und physische Belastung der Tiere im Polizeidienst, sondern auch auf Vorfälle aus der jüngsten Vergangenheit.

Erst im März 2024 waren zwei Beamte der Mannheimer Reiterstaffel wegen der nachgewiesenen Misshandlung von Dienstpferden vom Amtsgericht zu Geldstrafen von 80 Tagessätzen je 115 Euro sowie 140 Tagessätzen je 100 Euro verurteilt worden.

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