Nicht nur Gen Z: Randale in Köln hatte zum Teil Halloween-Bezug

Von Christoph Driessen

Köln - Am Wochenende ist es nach den Gen-Z-Protesten auch in Köln zu Krawallen gekommen - die Beteiligten stammten nach Angaben der Polizei zum Teil aus dem linksautonomen Spektrum.

Auch in Köln war es am Halloween-Abend zu Ausschreitungen gekommen.  © Christoph Reichwein/dpa

Der Leitende Polizeidirektor Martin Lotz betonte jedoch, andere Randalierer etwa auf den Kölner Ringen und in der Südstadt hätten überhaupt keinen Bezug zu den eigentlichen Protesten gehabt. "Das wuchs in der Nacht auf, und das war in Mengen von 200 bis 300 Personen, überwiegend Jugendliche." 

Deshalb könne man auch noch keine sinnvollen Angaben zur Zahl der in Gewahrsam Genommenen machen. "Wir hatten in der Nacht an vielen Ecken etwas." Man müsse erst einmal genau schauen, welche Vorfälle jeweils welchen Hintergrund gehabt hätten. 

Schon in den vergangenen Jahren habe man einen Anstieg der Gewaltbereitschaft in der Halloween-Nacht festgestellt. "Wenn man es genau nimmt, hatten wir zwei Einsatzlagen", sagte Lotz.

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"Die eine war die Versammlungslage mit den Folgen darauf und die Vermeidung von entsprechenden Übergriffen in der Innenstadt. Und daran anschließend, nahtlos quasi, dann die Halloween-Nacht, die nicht nur in der Innenstadt stattgefunden hat. Wir hatten auch in anderen Stadtteilen Böller-Bewurf, Angriffe auf Polizeibeamte, Beschädigung von Streifenwagen, verletzte Kollegen. Das wächst weiter, dieses Potenzial, und da gibt es schon durchaus Entwicklungen, die wir ernst nehmen müssen." 

Am Rande der Gen-Z-Demonstration am vergangenen Samstag waren Polizisten mit Pyrotechnik und Steinen beworfen worden.

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Polizei bestreitet zu hartes Durchgreifen

Die Polizei bestreitet ein zu hartes Durchgreifen.  © Thomas Banneyer/dpa

Später zogen laut Polizei randalierende Gruppen durch die Stadt, beschädigten Hausfassaden und Streifenwagen und schlugen Scheiben ein. Auch Fahrräder und E-Scooter wurden geworfen. 

Die Linke und andere Kritiker werfen der Kölner Polizei vor, während der Kundgebung unverhältnismäßig reagiert und von Anfang an eskaliert zu haben, indem sie etwa Wasserwerfer einsetzte. Lotz wies die Kritik zurück. 

Der Wasserstrahl des Wasserwerfers sei zunächst auf den Boden gerichtet gewesen, dann erst über die Menschen und danach erst in die Menge hinein. "Wenn Sie zugegen waren, werden Sie gehört haben, dass wir mehr als deutlich und mehrfach diesen Einsatz angekündigt haben, um eben diese Trennung durchzuführen, um eine Abwanderung, einen selbstständigen Aufzug, der nicht erlaubt war - die Versammlung war bereits beendet - zu verhindern." Er halte die Maßnahmen deshalb für absolut verhältnismäßig.

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Zu möglichen neuen Gen-Z-Protesten am 20. November sagte Lotz, es sei in Köln nicht daran gedacht, solche Kundgebungen von vornherein zu verbieten. "Wir halten das Versammlungsrecht sehr hoch", betonte er. "In dem Zuge gibt es hier keine automatische Ansage, wir würden das unterbinden."

Er erkenne derzeit nicht, dass die Gefahrensituation absehbar so groß sein würde, dass dies nicht zu verantworten sei.

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