Polizei stürmt Wohnung wegen nächtlicher Schreie: Was sie dann entdecken, überrascht

Kiel - Mitten in der Nach ertönten plötzlich Schreie einer Frau. Ein Nachbar im Kieler Stadtteil Brunswik wählte in der Nacht zum Samstag sofort den Notruf. Kurze Zeit später heulten die Sirenen mehrerer Einsatzfahrzeuge durch die Straße.

Ein Nachbar wählte den Notruf, weil er Schreie von einer Frau hörte, die mit einer Waffe bedroht wurde. (Symbolfoto)  © Monika Skolimowska/dpa

Der Anrufer hatte gegen 1.30 Uhr gemeldet, er höre eine Frau, die offenbar mit einer Waffe bedroht werde. Für die Polizei ein Grund, mit einem Großaufgebot auszurücken.

Unter strenger Eigensicherung drangen die Beamten in die betroffene Wohnung ein – bereit für einen Ernstfall.

Doch im Inneren dann die völlig unerwartete Wendung: Von einer Bedrohung keine Spur. Stattdessen stießen die Einsatzkräfte auf ein Rollenspiel, in dem die Hilferufe lediglich Teil der Inszenierung waren. Verletzte gab es demnach nicht.

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Die Polizei rechtfertigte das Ausrücken mit gleich mehreren Fahrzeugen in einer Mitteilung: Im Ernstfall zähle in solchen Situationen jede Sekunde. Sie müssen stets vom Schlimmsten ausgehen, um Leben zu schützen. Schließlich war in diesem Fall von außen nicht sofort zu erkennen, ob wirklich Gefahr besteht oder nicht.

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Polizei appelliert an Bevölkerung

Nach dem nächtlichen Einsatz richtete die Polizei deshalb einen deutlichen Appell an die Bevölkerung: Wer Rollenspiele, Dreharbeiten oder ähnliche Aktivitäten plant, sollte unbedingt Rücksicht auf seine Umgebung nehmen und mögliche Missverständnisse durch vorherige Information an Nachbarn vermeiden.

Außerdem wurde dringend geraten, auf echt wirkende Waffen zu verzichten oder diese klar als Attrappen zu kennzeichnen. Denn was für die Beteiligten nur ein Spiel ist, kann für Außenstehende wie der blanke Horror wirken – und in kürzester Zeit zu einem Großeinsatz führen.

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