Sexistische Chats beim SEK aufgedeckt: "Das ist beschämend und nicht hinnehmbar"
Bremen - Beim Spezialeinsatzkommando der Polizei Bremen ist eine Chatgruppe aufgeflogen, in der sexistische Inhalte geteilt wurden.
Wie die Polizei Bremen gegenüber TAG24 bestätigte, sei der Behörde eine Chatgruppe bekannt, "in der diskriminierende und sexistische Texte und Bilder geteilt wurden".
Nach Bekanntwerden der Gruppe prüfte die Polizei den Sachverhalt. "Es handelt sich bei den bekannt gewordenen Inhalten um Äußerungen und Darstellungen, die für die Polizei Bremen nicht akzeptabel sind", so Pressesprecher Nils Matthiesen.
Für die Mitglieder der Skandalgruppe gab es bereits Konsequenzen. Zwei Elite-Polizisten des SEK wurden versetzt und sind jetzt in anderen Bereichen der Polizei Bremen tätig.
Zudem wurden disziplinarrechtliche Prüfverfahren gegen alle Mitglieder der Chatgruppe eingeleitet.
Da die internen Prüfungen noch andauern würden, könne man derzeit zu einzelnen Beteiligten, der Zusammensetzung der Gruppe und weiteren "personellen oder disziplinarrechtlichen Maßnahmen" keine weiteren Angaben machen, so Matthiesen.
Innensenatorin Eva Högl: "Die Inhalte dieser Chatgruppe verletzen die Würde von Menschen"
"Die Polizei Bremen distanziert sich ausdrücklich von sexistischen und menschenverachtenden Inhalten. Sie widersprechen unserem Selbstverständnis und den Werten, für die die Polizei Bremen steht", heißt es.
Seit Bekanntwerden der Chatgruppe finde eine enge Begleitung durch Dr. Eva Högl (57, SPD), Senatorin für Inneres und Sport der Stadt Bremen, statt. Die Senatorin werde fortlaufend über den Stand der Dinge auf dem Laufenden gehalten, teilte ein Sprecher der Behörde gegenüber TAG24 mit.
"Die Inhalte dieser Chatgruppe verletzen die Würde von Menschen. Das ist beschämend und nicht hinnehmbar. Die Polizei Bremen hat entschlossen gehandelt und das Richtige getan. Ich begleite die Aufklärung eng. Jeder Beitrag und jede Beteiligung wird geprüft", so Högl.
Das SEK sei eine besondere Einheit, der die Menschen in den gefährlichsten Lagen vertrauen. "Dieses Vertrauen setzt eine klare Haltung voraus. Deshalb sehen wir ganz genau hin", sagte die 57-Jährige.
Erstmeldung um 9.02, aktualisiert um 10.14 Uhr.
Titelfoto: Marius Becker/dpa

