Wie sicher sind die Polizei-Schutzwesten? Tausende versagen bei Schusstest!
Von Andreas Rabenstein
Berlin - Wie sicher sind Polizisten eigentlich noch, wenn selbst ihre Schutzwesten versagen? In Berlin sorgt ein massiver Mangel an Schutzplatten für Aufregung. Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall.
"Es ist ein absolut nicht hinnehmbarer Qualitätsmangel bei einem Produkt der Firma Rheinmetall", sagte Spranger im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie sprach von einem "skandalösen" Vorgang.
Mehr als 5200 Schutzplatten in Schutzwesten gegen Schüsse, die aus dem Jahr 2017 stammten, hätten ihre Wirkung vor Ablauf der zehnjährigen Herstellergarantie teilweise verloren.
Bei Prüfungen und Kontrollbeschüssen sei es zu Durchschüssen gekommen. Das sei "ein Versagen von Rheinmetall". Die Rüstungsfirma, die in den vergangenen Jahren von öffentlichen Aufträgen stark profitiert und hohe Gewinne gemacht habe, müsse den Schaden unverzüglich ausgleichen, betonte Spranger.
Dazu werden sie sich mit den Zuständigen bei Rheinmetall treffen, um die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen zu untermauern.
Für den Übergang habe die Berliner Polizei 2000 neue Schutzplatten für 1,2 Millionen Euro bestellt. Sie sollen auch gegen Beschuss mit Sturmgewehren wie Kalaschnikows sicher sein.
Titelfoto: Michael Ukas/dpa
