Großrazzia in Deutschland: 2200 Einsatzkräfte nehmen mutmaßliche Schleuser-Bande hoch
Berlin/Hamburg - Am Mittwoch haben über 2200 Einsatzkräfte Objekte in zwölf Bundesländern durchsucht. Die Großrazzia richtet sich gegen ein mutmaßliches Schleuser-Netzwerk.
Um 6 Uhr rückten die Polizeikräfte aus, um unter anderem in Berlin, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg über 100 Wohnungen, Wohnunterkünfte, Firmen und Hotels zu durchsuchen.
Die Ermittlungen richten sich bislang gegen 23 Beschuldigte im Alter zwischen 31 und 59 Jahren, heißt es in einer Mitteilung der Bundespolizeidirektion Berlin.
Am Mittwoch seien zehn Haftbefehle "wegen des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, Urkundenfälschung sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt vollstreckt" worden, heißt es.
Die mutmaßliche Schleuser-Bande soll Menschen aus Osteuropa beim unerlaubten Aufenthalt unterstützt und sie beherbergt haben. Dabei sollen auch gefälschte Urkunden und Ausweise verwendet worden sein.
Den Arbeitnehmern sollen auffallend geringe Löhne bei schlechten Arbeitsbedingungen gezahlt worden sein.
Über 100 Millionen Euro eingefroren
Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten ordnete 50 Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro an. Eine Vielzahl davon konnte am Mittwoch vollstreckt werden. Im Rahmen der Durchsuchungen sei laut Mitteilung umfangreiches Beweismaterial gesichert worden.
Als Hauptbeschuldigter gilt ein 50-Jähriger, der als Kopf der mutmaßlichen Bande ausländische Arbeitnehmende gezielt nach Deutschland eingeschleust und sie anschließend in ganz Deutschland für Arbeiten im Reinigungsgewerbe eingesetzt haben soll.
"100 vollstreckte Durchsuchungsbeschlüsse und Vermögensarreste von mehr als 100 Millionen Euro zeigen eindrucksvoll, dass den Ermittlerinnen und Ermittlern der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und der Bundespolizei heute ein empfindlicher Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen ist. Wir haben die Täter dort getroffen, wo es wehtut: beim Geld", so Constanze Voß, Direktionspräsidentin der Direktion VII - Finanzkontrolle Schwarzarbeit - der Generalzolldirektion.
Die Ermittlungen dauern an.
Titelfoto: Bundespolizeidirektion Berlin

