Pflegedienst-Razzia in NRW und Hessen: Lamborghinis und Luxus-Gegenstände in Millionenhöhe beschlagnahmt
Düsseldorf/Wuppertal - Bei einer Razzia im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen und Hessen am Donnerstag wurden zwei Frauen (39, 54) festgenommen und Gegenstände sowie Bargeld in Millionenhöhe sichergestellt.
Nachdem mehrere anonyme Anzeigen bei den Behörden eingegangen waren, wird bereits seit Dezember 2025 gegen ambulante Pflegedienste und insgesamt 13 Beschuldigte im Alter zwischen 20 und 54 Jahren ermittelt.
"Gegenstand des Verfahrens sind der Verdacht des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Abrechungsbetrugs im Gesundheitswesen, Geldwäschedelikte sowie Steuerdelikte und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt", teilen die Staatsanwaltschaft Wuppertal und die Polizei Düsseldorf in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag mit.
Konkret wird den Beschuldigten demnach vorgeworfen, gemeinsam Leistungen für ambulante Intensivpflege gegenüber Krankenkassen abgerechnet zu haben, ohne dass diese tatsächlich oder vollumfänglich erbracht worden sind. Die Gesamtschadenshöhe liege dabei bei rund elf Millionen Euro.
Am Donnerstagmorgen wurden daher insgesamt mehr als 200 Einsatzkräfte ausgesandt, um zeitgleich Durchsuchungsbeschlüsse in Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hagen, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Mettmann, Monheim, Hürth (alle NRW) und Kelsterbach (Hessen) durchzusetzen.
Maybach, Mercedes, Lamborghini: Polizei stellt diverse Luxusautos sicher
In einer Wohneinheit in Düsseldorf sei dabei ein pflegebedürftiges Kind angetroffen worden, "welches sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand befand", berichten die Ermittler. Es wurde daher umgehend dem Rettungsdienst übergeben und zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
In einem anderen Objekt wurde zudem eine 54-jährige Georgierin entdeckt, die sich illegal in Deutschland aufhält und arbeitet. Sie wurde festgenommen.
Zudem wurde der Haftbefehl gegen eine 39-jährige türkische Frau vollstreckt. Gegen ihren Ehemann (44) konnte der Verdacht derweil erhärtet und ein Haftbefehl beantragt werden. Der Deutsche soll noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Daneben wurde laut den Ordnungshütern umfangreiches Beweismaterial gesichert, unter anderem auch ein vermutlich zur Fälschung von Verordnungen genutzter Arztstempel sowie diverse Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro.
Dazu zählen mehrere hochwertige Luxusautos (Maybach, Mercedes-AMG und Lamborghini), Bargeld in Höhe von etwa 51.000 Euro, Gold im Wert von circa 10.000 Euro, Schmuck im Wert von rund 265.000 Euro sowie Luxus-Handtaschen und hochpreisige Uhren (Gesamtwert: rund 156.000 Euro).
Titelfoto: Bildmontage: Jens Kalaene/dpa, Staatsanwaltschaft Wuppertal (2)

