Razzia bei Juwelieren: Bande soll Gold für 210 Millionen Euro in die Türkei geschmuggelt haben

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Von Petra Albers

Köln - Mit Durchsuchungen in mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen eine international operierende Goldschmuggler-Bande vorgegangen.

Im Rahmen der Durchsuchungen stellte die Polizei auch diesen Audi sicher.
Im Rahmen der Durchsuchungen stellte die Polizei auch diesen Audi sicher.  © Blaulicht-Solingen/dpa

Drei Verdächtige seien festgenommen und neben Gold auch mehrere zehntausend Euro Bargeld sichergestellt worden, teilten die federführende Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mit. Es gehe um den Verdacht der Geldwäsche.

Am Morgen durchsuchten Ermittler den Angaben zufolge rund 40 Wohn- und Geschäftsräume, vor allem von Juwelieren. Durchsuchungen gab es in mehreren nordrhein-westfälischen Städten wie Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Gelsenkirchen sowie in Berlin und den Niederlanden.

Nach bisherigen Ermittlungen sollen Mitglieder einer Bande mit Geld, das vor allem aus Drogengeschäften stammte, bei involvierten Juwelieren Altgold angekauft haben.

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Das Gold soll anschließend eingeschmolzen und zu Schmelzgoldbarren verarbeitet worden sein, die dann in die Türkei gebracht worden seien.

Auf diese Weise sollen in einem Zeitraum von sechs Jahren bis zu vier Tonnen Gold mit einem Wert bis zu 210 Millionen Euro in die Türkei geschmuggelt worden sein.

Haftbefehle gegen drei Hauptverdächtige vollstreckt

In den Fahrzeugen wurden teils professionell eingebaute Schmuggelverstecke entdeckt.
In den Fahrzeugen wurden teils professionell eingebaute Schmuggelverstecke entdeckt.  © Blaulicht-Solingen/dpa

Die Goldbarren sollen in der Türkei weiterverarbeitet oder zum Ankauf hochwertigen Goldschmucks verwendet worden sein. Anschließend wurde die Auszahlung der Vermögenswerte an die Auftraggeber veranlasst, ein Teil des aufbereiteten Goldes soll auch wieder nach Deutschland gebracht und den beteiligten Juwelieren übergeben worden sein.

Die Bande soll die Geldwäschehandlungen als Dienstleistungen für Dritte - einem sogenannten Crime-as-a-Service - angeboten haben. 

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Goldfund im Jahr 2023 in Niederbayern. Bei einer Kontrolle an der A3 hatten Polizisten damals den Angaben zufolge in einem Fahrzeug über 55 Kilogramm Gold und knapp eine halbe Million Euro Bargeld entdeckt.

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Im Zuge der weiteren Ermittlungen geriet dann eine Gruppe von überwiegend türkischstämmigen Männern zwischen 43 und 59 Jahren in den Fokus. 

Bei den heutigen Durchsuchungen wurden laut Kölner Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen drei Hauptverdächtige vollstreckt. Dabei handele es sich um einen 45-Jährigen aus dem Kreis Heinsberg, einen 46-Jährigen aus dem Raum Wuppertal und einen 43-Jährigen aus dem Raum Remscheid.

Insgesamt werde in dem Verfahrenskomplex gegen 24 Beschuldigte ermittelt.

450 Beamte an Durchsuchungen beteiligt

Die Ermittler stellten unter anderem 800 Gramm Schmelzgold sowie zwölf Fahrzeuge - teils mit professionell eingebauten Schmuggelverstecken - sicher. An den Durchsuchungen seien insgesamt 450 Beamten von Polizei und Zoll beteiligt gewesen. 

Bereits im Februar hatte das Zollfahndungsamt Essen bei mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppe rund fünf Kilo Goldschmuck beschlagnahmt. Im September sei ein Verdächtiger in Hamm festgenommen worden.

Titelfoto: Blaulicht-Solingen/dpa

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