Von Christine Schultze
Frankfurt am Main - Scharfe Schusswaffen und Goldbarren wurden sichergestellt: Rund 1000 Polizisten rückten am frühen Dienstagmorgen zu einer Razzia in drei Bundesländern aus, das Zentrum war das Rhein-Main-Gebiet!
Der Polizei-Schlag richtete sich gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung. Dabei gehe es um die Kriminalitätsform "Crime as a Service", wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte.
82 Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seien durchsucht und fünf Haftbefehle vollstreckt worden. Insgesamt sprach die Staatsanwaltschaft von 53 Beschuldigten.
Zehn von ihnen werde zur Last gelegt, sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengetan und verschiedene Straftaten begangen zu haben. So sollen sie durch Einrichtung eines Schattenbankwesens gegen Provision mehrere hundert Millionen Euro ins außereuropäische Ausland – vor allem China – transferiert und Gelder gewaschen haben.
Außerdem soll durch das Schreiben sogenannter "Abdeckrechnungen" im hohen zweistelligen Millionenbereich Beihilfe zum Vorenthalten von Arbeitsentgelt geleistet worden sein. Hinzu kommt der Vorwurf, über Scheinfirmen 41 Kraftfahrzeuge im Wert von circa 1,85 Millionen Euro angemietet und diese unterschlagen zu haben.
Zahlreiche Spezialkräfte an Polizei-Schlag beteiligt
Die zehn Hauptbeschuldigten sollen zudem durch die Finanzierung von Logistik-Dienstleistungen Beihilfe zum Drogenhandel in nicht geringer Menge geleistet haben.
Beteiligt an der Razzia waren Beamte des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Frankfurt sowie des Hauptzollamtes Rosenheim (Bayern) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt.
Im Zuge der Durchsuchungen, an der auch zahlreiche Spezialkräfte der Polizei teilnahmen, seien Vermögensarreste in Höhe von circa 6,3 Millionen Euro vollstreckt und diverse scharfe Schusswaffen sowie Goldbarren und hohe Bargeldbeträge sichergestellt worden.
Der Razzia seien umfangreiche verdeckte Ermittlungen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr vorausgegangen.