Foto auf dem Matterhorn war ihr letztes Lebenszeichen: Bergläuferin seit Tagen spurlos verschwunden
Cervinia (Italien) - Noch am Dienstag (1. September) knipste Kalie McCrystal (38) in knapp 4000 Metern Höhe ein Foto auf einem der höchsten Berge der Alpen, dem Matterhorn. Doch seitdem fehlt von der kanadischen Bergläuferin jede Spur.
Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, war die 38-Jährige auf der italienischen Seite des Bergs unterwegs und hatte die Aufstellung eines neuen Berglauf-Rekords als "großes Saisonziel". In weniger als fünf Stunden wollte sie den Auf- und Abstieg über den Liongrat schaffen.
Oberhalb der im Aostatal gelegenen Schutzhütte Jean-Antoine Carrel auf 3830 Metern Höhe sendete die Extremsportlerin laut dem Bericht noch kurz vor ihrem Verschwinden einen Gruß an ihre Follower auf Instagram.
Auf dem in ihrer Story geposteten Bild war McCrystal mit einer kurzen Hose und einer leichten Jacke bekleidet. Zudem führte sie einen Trekkingrucksack mit sich. "Sie war ganz in Weiß gekleidet. Das macht es noch schwieriger, sie am Berg zu entdecken", erklärten die Retter gegenüber Rai News.
Wer die Kanadierin als vermisst gemeldet hat, ist nicht bekannt. Seit Donnerstag durchkämmen Einsatzkräfte die übliche Route auf italienischer Seite zum Gipfel. Auch mehrere Hubschrauber kreisen über das betroffene Gebiet, um McCrystal zu finden.
Schon bei den Vorbereitungen gab es Probleme
Sogar ein RECCO-Reflektor, der verschüttete Personen in freiem Gelände elektronisch orten kann, kam zum Einsatz. Bislang blieb die Suche und jegliche Versuche, Kontakt zu ihrem Handy aufzunehmen, erfolglos.
Noch in ihrem Instagram-Post vom 7. August kündigte die Bergläuferin an, dass die Vorbereitungen auf ihr großes Ziel nicht sonderlich reibungslos verlaufen seien. Zuerst machte ihr ein Steinschlag auf dem Matterhorn einen Strich durch die Rechnung. Ebenso musste sie einen Versuch, den Gipfel im Alleingang zu erreichen, sogar abbrechen.
Außerdem hieß es: "Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist eher mittelmäßig. Ich habe kein gutes Gefühl dabei, auf einer halb gesperrten Strecke einen FKT (Fastest Known Time, übersetzt schnellste bekannte Zeit) anzustreben."
Weiter schrieb sie: "Ich habe noch etwa zehn Tage Zeit, bis sich die Bedingungen hoffentlich bessern und sich meine Lungen an die Höhe gewöhnt haben – die Hoffnung ist also noch nicht verloren, und ich gebe noch nicht auf."
Titelfoto: Bildmontage: kalie_mcc (2)

