Inga (5) noch immer vermisst: Hat ein Pädophiler mit ihrem Verschwinden zu tun?

Magdeburg/Stendal - Die kleine Inga (5) wird bereits seit acht Jahren vermisst. Die Ermittler hätten bisher viele Fehler gemacht - haben sie etwa auch eine wichtige Spur ignoriert?

Die damals fünfjährige Inga ist seit mittlerweile acht Jahren verschwunden. Ihr Fall ist noch immer nicht geklärt.
Die damals fünfjährige Inga ist seit mittlerweile acht Jahren verschwunden. Ihr Fall ist noch immer nicht geklärt.  © Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

Anfang Mai 2015 wollte das junge Mädchen mit anderen Kindern in einem Wald bei Wilhelmshof nahe Stendal Holz sammeln - doch von diesem Ausflug sollte sie nie wiederkommen.

Acht Jahre lang suchten Ermittler, Familie und Polizei nach dem Kind, doch alle Spuren verliefen sich im Sand.

Der Fall Inga ist am Donnerstag erneut Thema im Landtag Sachsen-Anhalt. Nach einem Antrag der Linken und der SPD soll sich die Landesregierung nun zu Pannen in den Ermittlungsverfahren äußern. Auch Ingas Eltern werden erstmalig vor Ort sein.

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Es wird angeprangert, dass eine sogenannte "unabhängige Prüfgruppe" in 2019 ihre Arbeit nach nur elf Tagen eingestellt haben soll. Sie sollen später mehrere neue Seiten der Ermittlungsakte beigefügt haben, doch diese Seiten hätten anderen Mitgliedern nie zur Verfügung gestanden. Auch auf den Abschlussbericht müssen die Ermittler vergeblich gewartet haben.

Diese Vorwürfe, die in einem Schreiben an Innenministerin Tamara Zieschang (52, FDP) herangetragen wurden, sollen nun geklärt werden. Doch das ist noch nicht alles ...

Verurteilter Pädophiler aus Stendal besaß Sexpuppen, die wie Kinder aussahen

Der Landtag Sachsen-Anhalt soll sich am Donnerstag zu Vorwürfen von Ermittlungspannen äußern.
Der Landtag Sachsen-Anhalt soll sich am Donnerstag zu Vorwürfen von Ermittlungspannen äußern.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wie die BILD schreibt, könnte ein verurteilter Pädophiler etwas mit dem Verschwinden der fünfjährigen Inga zu tun haben.

Bereits ein Jahr nach Ingas Verschwinden wurden damals schockierende Entdeckungen in einer Wohnung in Berlin gemacht. Der Verurteilte Martin H. hatte dort mehrere Sexpuppen aufbewahrt, die fünfjährigen Mädchen ähnelten. Außerdem seien Fesseln und andere kriminelle Gegenstände gefunden worden.

Das Verdächtige: Nicht nur sei Wilhelmshof (der vermeintliche Ort Ingas Verschwindens) auch Martin H.'s Heimatort, er besitze auch ein Wohnhaus in Bitterfeld, das der Wohnung in Berlin gleichen soll. Zugemauerte Fenster, schalldichte Türen und Matratzen in einem abgeriegelten Keller deuteten auf vermeintliche Horrortaten von Martin H. hin.

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Der Berliner Anwalt Steffen Tzschoppe soll nun gegenüber BILD erklärt haben, dass der Straftäter wohl wenige Wochen nach Ingas Verschwinden mit einem Bagger in seinem Garten gegraben haben soll. "Die Stendaler Ermittler ließen die Spur jedoch fallen, weil sie dem Alibi des Mannes glaubten", wirft Tzschoppe vor. Viele Indizien weisen inzwischen auf den Sexualstraftäter hin, der sich derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung befindet. Doch offenbar halten Polizisten und Ermittler die Füße still.

Ein weiterer Fauxpas im Fall Inga? Die Äußerungen der Regierung werden am Donnerstag erwartet.

Titelfoto: Bildmontage: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa, Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

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