Vermisstenfall Scarlett: Warum die Polizei vor privaten Suchaktionen warnt

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Von Magdalena Henkel

Todtmoos/Bad Lippspringe - Im steilen, schwer zugänglichen Gelände der Wutach- und Wehraschlucht wird seit sechs Jahren nach Scarlett Salice gesucht. Aber die privaten Suchinitiativen stellen die Polizei vor ein Dilemma.

Der Vermisstenfall der damals 26-jährigen Wanderin Scarlett bewegt noch immer viele Menschen.
Der Vermisstenfall der damals 26-jährigen Wanderin Scarlett bewegt noch immer viele Menschen.  © Bernd Weißbrod/dpa

Denn einerseits sei das Engagement privater Helfer lobenswert, sagte ein Polizeisprecher. Andererseits drohten bei Laien-Suchen Risiken für die Spurensicherung und die Sicherheit der Suchenden.

Bei Suchaktionen durch Behörden sei quasi lückenlos nachvollziehbar, wer sich wo aufgehalten habe, etwa durch GPS-Tracker oder genaue Positionsprotokolle, sagte der Polizeisprecher.

Werde ein Gegenstand gefunden, halte die Kette an, bis die Kriminaltechnik die Spur gesichert habe.

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Bei privaten Suchen hingegen könne schon das Anfassen mit bloßer Hand an Fundstücken die sogenannte Spurenhygiene beeinflussen, sagte der Sprecher.

Großes bürgerliches Engagement

Für sachdienliche Hinweise, die zum Auffinden von Scarlett führen, wurde eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.
Für sachdienliche Hinweise, die zum Auffinden von Scarlett führen, wurde eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.  © Bernd Weißbrod/dpa

Zudem sei die Wutach- und Wehraschlucht unwegsames, teils steiles Gebiet, für das die Polizei in der Regel Bergwacht-Experten oder kletterspezialisierte Kollegen hinzuziehe. "Bei privaten Aktionen besteht die Gefahr, dass sich Menschen selbst gefährden."

Dennoch sei das bürgerliche Engagement löblich: Sollte sich der zuletzt von privaten Helfern gefundene Reißverschluss als konkrete Spur erweisen, wäre eine potenzielle Aufklärung möglicherweise einem Zufallsfund privater Suche zu verdanken.

Zum bisherigen Ablauf sagte der Sprecher, es habe mehrere große Suchaktionen gegeben, vor allem in der Anfangsphase nach dem Verschwinden der jungen Frau aus dem ostwestfälischen Bad Lippspringe. Die letzte größere fand demnach im Jahr 2022 statt.

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Sollte sich der Reißverschluss zuordnen lassen, werde man das Gebiet erneut genauer untersuchen.

Titelfoto: Bildmontage: Bernd Weißbrod/dpa

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