Wo ist Lisa? Polizei geht von Kapitalverbrechen aus
Von Mia Bucher, Matthias Kuhnert
Berlin - Sie verschwand auf dem Schulweg! Die großangelegte Suche nach der vermissten 13-Jährigen aus Berlin-Marzahn brachte trotz zahlreicher Hinweise bislang nicht den erhofften Durchbruch. Inzwischen ermittelt die Polizei wegen des Verdachts eines Kapitalverbrechens.
Mordkommissionen des Landeskriminalamts gehen im Auftrag der Staatsanwaltschaft davon aus, dass sich das Mädchen nicht freiwillig aus seinem häuslichen Umfeld entfernt habe, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten.
Es könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die 13-Jährige Opfer eines Verbrechens geworden sei. Hinweise darauf, dass sie sich ihrem sozialen und familiären Umfeld entziehen wolle, gebe es nicht.
Von einem Kapitalverbrechen spricht man umgangssprachlich bei den schwersten Straftaten, allen voran bei Tötungsdelikten wie Mord und Totschlag. Der Begriff ist kein eigener Straftatbestand, sondern eine Sammelbezeichnung.
Nach einer großangelegten Suche am Freitag, sucht die Polizei auch am Samstag weiter.
"Wir haben eine Menge Hinweise bekommen, glücklicherweise", sagte Polizeisprecher Florian Nath der Deutschen Presse-Agentur. "Aber es hat bisher noch keinen Durchbruch gegeben." Die Suche solle auch am Abend weitergehen.
Über 140 Polizisten suchen nach vermisster Schülerin
Die Polizei sei mit mehr als 140 Einsatzkräfte der Einsatzhundertschaft und der Mordkommission im Bereichen Marzahn-Hellersdorf unterwegs. "Wir suchen hier alles ab", sagte Nath. Die Ermittler seien zum einen im direkten Wohnumfeld unterwegs, aber auch auf Wegen und Strecken, die die Schülerin in ihrer Freizeit und im Schulalltag nutze.
Das Wohngebiet sei sehr weiträumig, es gebe unglaublich viele Mehrfamilienhäuser sowie Grünflächen und Parks. Die Suche sei daher aufwendig. Das Haus der Vermissten befindet sich in einem großen Plattenbaugebiet im Nord-Osten Berlins, in dem zahlreiche Hochhäuser stehen.
Die Berliner Polizei hatte am Freitag eine aufwendige Suche nach dem Mädchen gestartet. Laut Polizei verließ Lisa T. ihr Wohnhaus am Dienstag gegen 7.15 Uhr, um gegen 7.30 Uhr vom Barnimplatz zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße zu fahren. Doch dort kam sie nie an. "Es besteht der Anfangsverdacht für eine Straftat", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Die Mordkommission der Berliner Polizei bittet um Mithilfe
Bei der Suche am Freitag überflog ein Hubschrauber das Wohngebiet mit zahlreichen Plattenbauten und Grünflächen dazwischen. Auch Spürhunde wurden für die Suche eingesetzt.
Die Polizei hatte am Dienstag eine Mitteilung mit einem Foto zu dem Verschwinden mit dem Aufruf für Hinweise aus der Bevölkerung veröffentlicht.
Lisa T. wurde als 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank beschrieben. Sie ist dem Foto zufolge asiatischstämmig und hat lange dunkle Haare.
Bekleidet war sie demnach zuletzt mit einer schwarzen Winterjacke, einem grauen Oberteil, einer blauen Jeans, weißen Sneakern und trug einen schwarzen Rucksack.
Erstmeldung am 7. November um 10.30 Uhr, aktualisiert um 18.31 Uhr
Titelfoto: Manuel Genolet/dpa; Polizei Berlin (Bildmontage)
