Nazi-Parolen auf Festgelände: Polizei sucht Zeugen nach brutaler Attacke auf 24-Jährigen

Penkun - In Penkun (Mecklenburg-Vorpommern) ist ein 24-Jähriger bei einer Veranstaltung von mehreren Menschen verletzt worden. Rassistische Motive können nicht ausgeschlossen werden. Nun sucht die Polizei Neubrandenburg nach Zeugen.

Der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ermittelt wegen des Verdachtes der Volksverhetzung. (Symbolbild)
Der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ermittelt wegen des Verdachtes der Volksverhetzung. (Symbolbild)  © David Inderlied/dpa

Wie die Beamten am Sonntag mitteilten, wählte der 24-Jährige in der Nacht zu Samstag gegen 2.45 Uhr den Notruf und gab an, auf der Festwiese am Seein Opfer einer Straftat geworden zu sein.

Alarmierte Einsatzkräfte trafen den 24-Jährigen stark alkoholisiert mit Verletzungen im Gesicht an. Er war der Polizei zufolge nicht in der Lage weitere Angaben zum Tatgeschehen zu machen.

Der Mann wurde von angeforderten Rettungskräften versorgt, lehnt aber eine weitere medizinische Untersuchung ab.

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Eine Suche nach den Tatverdächtigen auf dem Festgelände blieb erfolglos.

Nachdem eine Strafanzeige wegen der Körperverletzung aufgenommen wurde, ging der Mann mit seiner 23-jährigen Begleiterin nach Hause.

Nase und Finger gebrochen

Der 24-Jährige wurde von alarmierten Rettungskräften erstversorgt. (Symbolbild)
Der 24-Jährige wurde von alarmierten Rettungskräften erstversorgt. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa

Am Samstagabend gegen 19.30 Uhr teilte die Freundin des Verletzten mit, dass der 24-Jährige im Krankenhaus liege, weil er schwerwiegender verletzt sei, als zunächst angenommen. Neben Schürfwunden im Gesicht habe er einen gebrochenen kleinen Finger und eine gebrochene Nase.

Er soll aus einer Gruppe von sechs bis sieben Personen angegriffen worden sein. Zeugenaussagen nach sollen sich gegen 2 Uhr noch 50 Menschen auf der Festwiese befunden und das bekannte Lied "L'Amour toujours" von Gigi D'Agostino gesungen haben.

Aus der Gruppe heraus sollen Parolen wie "Ausländer raus - Deutschland den Deutschen" gerufen worden sein.

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Der verletzte Deutsche hat ein südländisches Aussehen, sodass die Polizei einen Zusammenhang mit dem Grölen der Parolen und der Straftat nicht ausschließt.

Der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ermittelt wegen des Verdachtes der Volksverhetzung.

Die Beamten des Kriminalkommissariats Pasewalk suchen Zeugen, die die Auseinandersetzung am frühen Morgen des 15. Juni zwischen 2 und 3 Uhr in Penkun/Festwiese beobachtet haben oder Hinweise zu dem möglichen Tatverdächtigen geben können. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei in Pasewalk per Telefon unter 03973220 224 oder im Internet unter www.polizei.mvnet.de entgegen.

Titelfoto: David Inderlied/dpa

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