Von Wolf-Dietrich von Dewitz
Köln - Unbekannte haben eine stinkende Flüssigkeit am Kölner NS-Dokumentationszentrum verteilt.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (63/SPD) sprach danach von einem "Angriff auf unsere Erinnerungskultur und das demokratische Selbstverständnis unserer Stadt". Er verurteile die Tat auf das Schärfste. Er hoffe auf einen schnellen Ermittlungserfolg der Polizei, erklärte er.
Die Kölner Landtagsabgeordnete Berîvan Aymaz sagte, der Angriff sei abscheulich und feige gewesen.
"Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus erstarken, müssen wir solche Orte schützen und stärken", sagte die Grüne.
In der Nacht zum Freitag war der Eingangsbereich des NS-Dokumentationszentrums am Appellhofplatz in der Kölner Innenstadt verunreinigt worden. Mitarbeiter informierten darüber am Freitagmorgen die Polizei.
Daraufhin nahm die Kriminalinspektion Staatsschutz Ermittlungen wegen Sachbeschädigung auf. Nun werden Zeugen gesucht.
NS-Dokumentationszentrum bleibt bis Montag geschlossen
Die Stadt Köln teilte mit, dass das NS-Dokumentationszentrum wegen umfangreicher Reinigungsarbeiten bis einschließlich Montag geschlossen bleibt.
Das Zentrum ist ein zeithistorisches Museum im Gebäude der ehemaligen Kölner Gestapozentrale. Museumsbesuchern werden dort Hintergründe zur Geschichte des Hauses und seiner Nutzung durch die Gestapo erklärt, insbesondere mit Blick auf das Gefängnis im Keller des Hauses.
Außerdem geht es um die Nachnutzung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.