Heftige Vorwürfe gegen Mitarbeiterin von Ausländeramt: Hat sie Menschen mit Scheinehen illegal nach Deutschland geholt?
Köln - Erst vor wenigen Wochen stand die Ausländerbehörde der Stadt Köln im Zusammenhang mit der sogenannten "Coesfelder Liste" in der Kritik. Nun gibt es den nächsten Skandal: Eine Mitarbeiterin des Ausländeramts in Köln-Ehrenfeld soll Mitglied einer Schleuserbande gewesen sein, die illegale Einwanderer mithilfe von Scheinehen nach Deutschland geholt haben soll.
Die Frau, ihr Ehemann und zwei weitere Beschuldigte sitzen inzwischen in U-Haft, wie der WDR berichtet.
Demnach wird der Sachbearbeiterin vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Verdächtigen vorwiegend Männer aus Indien zunächst nach Zypern gebracht zu haben.
Der Inselstaat ist dafür bekannt, eine der unkompliziertesten Ziele für Hochzeiten zu sein - und genau das soll sich die Bande zunutze gemacht haben: Kurz nach ihrer Ankunft sollen die Inder mit ihnen bis dahin unbekannten Frauen aus Osteuropa vermählt worden sein.
Die beschuldigte Kölnerin soll anschließend die notwendigen Papiere für die Aufenthaltserlaubnis der Männer in Deutschland durchgewunken und als Amtsträgerin auch auf die weitere Entwicklung Einfluss genommen haben.
Wurde Wohnung in Köln-Höhenberg als falsche Adresse genutzt?
Darüber hinaus wird ihr laut WDR vorgeworfen, ihre Wohnung in Köln-Höhenberg als Adresse für die auf diese Weise eingeschleusten Menschen genutzt zu haben. Für die Beteiligung an der Masche sollen sie und ihr Ehemann demnach mehrere tausend Euro pro Fall erhalten haben.
Im kommenden Februar soll der Prozess gegen die Beschuldigten beginnen. Die Stadt Köln hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Titelfoto: Silas Stein/dpa
