Kölner Ausgrabungen: Archäologen finden neue Teile einer römischen Villa, bald werden sie gezeigt

Köln - Bei Ausgrabungen an der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld haben Archäologen bereits im vergangenen Jahr Teile einer alten römischen Villa gefunden. Auch am Georgsplatz 10 im Georgsviertel fanden sie Grabbeigaben des beraubten Sandsteinsarkophags eines Germanen. Ende April sollen die Funde das erste Mal gezeigt werden.

Die Überreste einer alten Villa an der Vogelsanger Straße.
Die Überreste einer alten Villa an der Vogelsanger Straße.  © Stadt Köln

In einer Jahrhunderte alten, sich immer wieder entwickelnden Millionenstadt wie Köln ist immer etwas los. Dass da auch unter der Erde noch so einiges aus längst vergangenen Zeiten versteckt sein muss, erwies sich im vergangenen Jahr.

Während man damit beschäftigt war, Leitungen für unter anderem Gas und Wasser an der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld zu erneuern, kamen Überreste einer sehr gut ausgestatteten Vorstadtvilla des römischen Kölns zutage. Gerade solch kleine Funde, geben viel Aufschluss über unsere Vorfahren.

So fanden Experten in der Villa Mosaikfußböden, sowie Wand- und Deckenmalereien. Wie die Stadt Köln mitteilte, waren solche Malereien kennzeichnend für die römischen Gebiete entlang des Rheins und der Donau.

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Die neuen Befunde könnten zu einem Badegebäude gehört haben, das sich ursprünglich außerhalb des Hauptgebäudes befand.

Neue Funde im geplünderten Grab in der Altstadt

Im Vorfeld einer Schulerweiterung des Kaiserin Augusta Gymnasiums in der südlichen Altstadt Kölns ist bei bauvorgreifenden Ausgrabungen Ende vergangenen Jahres der beraubte Sandsteinsarkophag eines Germanen des frühen 4. Jahrhunderts geborgen worden.

Archäologen vermuteten, dass die Knochen willkürlich von Grabräubern verstreut wurden. Was die Räuber damals aber übersahen, waren Grabbeigaben, die jetzt gefunden wurden.

Mehrere Teller und Schalen aus Glas sowie Keramik, dazu kleine weißtonige Krüge, wurden dem Verstorbenen auf dem Weg ins Jenseits mitgegeben. Auf einem Teller lagen Knochen, verbliebene Reste von Hühnchen als Wegzehrung. Zwei Münzen sollten als Bezahlung die Überfahrt über den Unterweltsfluss sichern. Bemerkenswert ist ein aufwändig gestaltetes Holzkästchen, von dem sich mehrere Beschläge erhalten haben.

Der Schlüssel steckte noch abgebrochen im Schlüsselloch.

Das Grab gehörte zu scheinbar zu der militärischen Oberschicht.
Das Grab gehörte zu scheinbar zu der militärischen Oberschicht.  © Stadt Köln
Die wertvollen Grabbeigaben, die von Grabräubern übersehen wurden.
Die wertvollen Grabbeigaben, die von Grabräubern übersehen wurden.  © Stadt Köln

Digitale Tagung

Im Rahmen der digitalen Tagung "Archäologie in NRW 2020" am 12. April 2021 berichten die drei NRW-Landesarchäologen Dr. Erich Claßen aus Bonn (LVR), Prof. Dr. Michael M. Rind aus Münster (LWL) und Prof. Dr. Marcus Trier aus Köln über Themen der Landesarchäologie 2020.

Zudem informiert Dr. Dirk Schmitz über neue Ausgrabungen und Funde aus Köln. Die Tagung wird auf den YouTube-Kanälen der LVR-Bodendenkmalpflege und LWL-Archäologie übertragen

Titelfoto: Stadt Köln

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