Köln erinnert an NS-Opfer: 65 neue Stolpersteine werden verlegt
Köln - Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus werden in Köln in der kommenden Woche insgesamt 65 neue Stolpersteine verlegt. Die kleinen Gedenktafeln sollen an 28 Orten im Stadtgebiet an die Schicksale der Verfolgten erinnern.
Wie die Stadt Köln mitteilt, finden die Verlegungen zwischen Montag (9. November) und Freitag (13. November) statt. Lediglich am Mittwoch (11. November) wird wegen des Karnevalsstarts pausiert.
Die Aktion fällt damit zeitlich mit dem 88. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 zusammen, bei denen die Nationalsozialisten jüdische Menschen und Einrichtungen gewaltsam angriffen.
Die neuen Stolpersteine erinnern überwiegend an jüdische Kölnerinnen und Kölner, die während der NS-Zeit ermordet oder zur Flucht gezwungen wurden. Sie werden in der Regel vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten der Verfolgten in den Boden eingelassen.
Ein besonderes Schicksal steht dabei am Dienstag (10. November) im Stadtteil Höhenhaus im Mittelpunkt: Am Altenauer Weg/Ecke Bodestraße wird ein Stein für einen ehemaligen Wehrmachtssoldaten verlegt, der desertierte und nach seiner Festnahme im März 1945 vom Volkssturm erschossen wurde.
Angehörige von NS-Opfern reisen aus Ausland für Stolpersteinverlegung an
Organisiert werden die Verlegungen vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln gemeinsam mit dem Künstler und Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig (79) sowie seinem Team.
Unter den Teilnehmern werden auch Angehörige der NS-Opfer sein, die teilweise eigens aus dem Ausland anreisen, um ihrer Vorfahren zu gedenken.
Titelfoto: Andreas Arnold/dpa
