Seltenste Schildkrötenart Vietnams: Kölner Zoo unterstützt Artenschutzprogramm

Köln – Die Annam-Bachschildkröte ist "vom Aussterben bedroht" - diese Einstufung gilt als der höchste Gefährdungsstatus. Damit das vietnamesische Reptil in freier Wildbahn erhalten bleibt, unterstützt der Kölner Zoo ein Artenschutz-Programm.

Annam-Bachschildkröte gilt als die seltenste Schildkrötenart Vietnams.
Annam-Bachschildkröte gilt als die seltenste Schildkrötenart Vietnams.  © Kölner Zoo

Seit einigen Jahren wird das nur in Zentralvietnam vorkommende Reptil auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) geführt. In freier Wildbahn gilt das gepanzerte Tier derzeit sogar als ausgestorben oder als funktionell ausgestorben, was bedeutet, dass die Art langfristig nicht eigenständig überleben kann.

Zwar gibt es bereits asiatische Schutzprogramme, doch Erhebungen zeigen, dass die Tiere an keinem der untersuchten Orte nachgewiesen werden konnten.

Illegaler Handel und der stetige Lebensraumverlust haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Art in den 1930er-Jahren als verschollen galt. Erst um 1990 herum wurden die Tiere wieder gesichtet.

Hipp, hipp, Muh-ra! Kölner Zoo freut sich über seltenen Nachwuchs
Kölner Zoo Hipp, hipp, Muh-ra! Kölner Zoo freut sich über seltenen Nachwuchs

Seither tauchten die Reptilien allerdings auch im ostasiatischen Lebensmittelhandel auf, was Forscher darauf schließen ließ, dass Wildbestände nicht vollständig erloschen sein konnten.

In vielen Teilen der Welt hat man sich daher darauf verständigt, die gefährdete Art zu retten.

Forscher setzen sich dafür ein, die Tiere zu untersuchen und stellen sicher, dass sich die Schildkröten reinrassig vermehren.
Forscher setzen sich dafür ein, die Tiere zu untersuchen und stellen sicher, dass sich die Schildkröten reinrassig vermehren.  © Kölner Zoo

Geeigneter Lebensraum für bedrohte Schildkröte

Moderne Techniken, die den genetischen Fingerabdruck analysieren, konnten inzwischen untersuchen, in welchen Lebensräumen sich die Annam-Bachschildkröte vorwiegend aufhält und ob sich übersehene Populationen versteckt halten.

Der Kölner Zoo unterstützte das Projekt im vergangenen Jahr mit 18.660 Euro. Weitere Finanzierungen sollen zudem ermöglichen, potenziell geeignete Lebensräume zu untersuchen. Tatsächlich wurde in diesem Zuge ein Standort gefunden, der für Erhaltungsmaßnahmen in freier Wildbahn geeignet sei, so der Zoo.

Nun gilt es, die noch vorhandenen Populationen zu untersuchen und die Ergebnisse der Studien und geführten Interviews zu analysieren.

Titelfoto: Montage: Kölner Zoo

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