Guido Cantz erwartet schwierige Karnevalssession: "Fällt von Jahr zu Jahr schwerer"

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Köln - Seit inzwischen 35 Jahren tourt Guido Cantz (55) quer durch Deutschland, um die Menschen zum Lachen zu bringen. Seine Heimat bleibt aber der Kölner Karneval - auch, wenn er gehörigen Respekt vor der neuen Session hat.

Guido Cantz (55) ist seit 35 Jahren einer der gefragtesten Büttenredner im Kölner Karneval und auch darüber hinaus als Komiker bekannt. (Archivbild)
Guido Cantz (55) ist seit 35 Jahren einer der gefragtesten Büttenredner im Kölner Karneval und auch darüber hinaus als Komiker bekannt. (Archivbild)  © Oliver Berg/dpa

Immerhin ist die in diesem Jahr so kurz wie nur selten und schon am 10. Februar ist alles vorbei. Um trotzdem in gewohntem Umfang für seine Fans da zu sein, hat der Komiker eine für sich harte Entscheidung treffen müssen: "In dieser Session spiele ich maximal acht Auftritte pro Tag", erklärt Cantz gegenüber dem "Express".

Im darauffolgenden Jahr wolle er seine Frequenz dann aber etwas herunterfahren. "Das ist auch der Trend bei meinen Kollegen, weil es doch sehr anstrengend ist. Es fällt von Jahr zu Jahr schwerer, mit Redebeiträgen in einem aufgeheizten Raum zwischen den Bands zu punkten", meint der gebürtige Kölner.

Hinzu komme die angespannte politische Lage im In- und Ausland. Er sei sehr gespannt, wie sich das alles auf den Karneval auswirken würde, erklärt der 55-Jährige, der auch in diesem Jahr wieder für den WDR durch den Sessionsauftakt am 11. November und den Rosenmontagszug führen wird. 

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Ob er selbst sich überhaupt politischen Themen widmen wird, ist noch offen. Grund dafür ist die Stimmungslage in Deutschland. "Wenn man sich früher auf der Bühne gegen die AfD positioniert hat, gab es immer, ich nenne es 'Gesinnungsapplaus'. Da bin ich gespannt, ob das so bleibt angesichts der prognostizierten Zahlen, auch in NRW", so Cantz.

Guido Cantz über die neue Karnevalssession: "Kann mir vorstellen, dass viele keine Lust haben auf Reden gegen die AfD oder die Linke"

Schließlich würden in den Sälen auch viele Zuhörerinnen und Zuhörer sitzen, die mit den etablierten Parteien aktuell unzufrieden sind. "Ich kann mir vorstellen, dass viele dann keine Lust haben auf Reden gegen die AfD oder die Linke. Und abgestandene Witze über Friedrich Merz funktionieren dann genauso wenig."

Themen gäbe es aber trotzdem noch genug - für ihn zum Beispiel die Olympiaabsage an Köln oder seine eigene familiäre Situation. "Mit einem 16-jährigen Sohn bietet sich da einiges an", so Cantz.

"Die Frage ist immer nur, ob die Leute diese hören wollen oder schon genug davon aufgrund der Nachrichtenlage haben."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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