OB Burmester richtet sich bei Oper-Eröffnung an Kölns Bürger: "Entschuldige mich für die Fehler, die wir gemacht haben"
Von Christoph Driessen
Köln - Man glaubt es kaum: Die Kölner Oper und das Schauspielhaus sind am Donnerstagabend nach 14 Jahren Sanierung und Kosten von weit über einer Milliarde Euro wiedereröffnet worden. Zum Anlass lud die Stadt zu einem Festakt ein.
"Wir sitzen tatsächlich hier, die Zeit des Wartens ist vorbei", sagte Stadtoberhaupt Torsten Burmester (63, SPD). "Als Oberbürgermeister entschuldige ich mich für diese Fehler, die wir auch gemacht haben, bei den Kölnerinnen und Kölnern."
Opern-Intendant Hein Mulders (63) sagte: "Nach 14 Jahren ist das ein irrer Moment. Hier sitzen Leute im Saal, die gewettet haben, dass das Ding nicht fertig wird."
Das 1957 eröffnete Opernhaus des Architekten Wilhelm Riphahn (†74) sei Ausdruck der damals noch jungen westdeutschen Demokratie gewesen, sagte Burmester. Das Gebäude stehe dafür, dass Kultur nicht nur einer kleinen Elite offen stehen solle. Deshalb gebe es keine Logenplätze, sondern alle Plätze seien gleichberechtigt.
Riphahn habe den Ort zudem allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen wollen. Es sei "ein Plenarsaal der Musik", "kein Palast für eine Elite".
Auch NRW-Kulturministerin Ina Brandes bei Wiedereröffnung vor Ort
NRW-Kulturministerin Ina Brandes (48, CDU) bezeichnete die Wiedereröffnung von Oper, Schauspielhaus, kleinem Haus und Kinderoper als einen guten Tag für Köln und für Nordrhein-Westfalen.
Schauspiel-Chef Kay Voges (54) versicherte indes, das Kölner Theater werde auch in dem strahlenden Bau in der Stadtmitte nicht spießig werden.
"Ich verspreche Ihnen, wir werden weiterhin kühn und mutig sein wollen."
Während der Sanierungsarbeiten in den vergangenen Jahren hatte das Schauspiel seinen Sitz auf einem ehemaligen Fabrikgelände in dem multikulturell geprägten Stadtteil Mülheim gehabt und sich dort auch ein neues, junges Publikum erschlossen.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Banneyer/dpa (2)

