Besondere Auszeichnung für den WDR: So darf sich der TV-Sender ab sofort nennen
Von Christoph Driessen
Köln - Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat zum Start in die neue Woche eine besondere Auszeichnung erhalten.
Der TV-Sender aus Köln ist als "Ort der Demokratiegeschichte" ausgezeichnet worden - am Haupteingang des Funkhauses am Wallrafplatz in Köln wurde am Morgen eine entsprechende Plakette enthüllt.
Damit werde der Beitrag des Senders zu unabhängiger Berichterstattung, freier Meinungsbildung und demokratischer Öffentlichkeit gewürdigt, sagte Carsten Männlein, stellvertretender Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die 2021 vom Bundestag gegründet worden war.
Intendantin Katrin Vernau (53) sagte, Demokratie sei ohne freie Medien nicht vorstellbar. Nach dem Ende der Nazi-Diktatur sei der Rundfunk in Deutschland bewusst neu gedacht worden - unabhängig vom Staat, allein den Menschen und der Wahrheit verpflichtet.
"Dass der WDR heute als Ort deutscher Demokratiegeschichte ausgezeichnet wird, würdigt genau diese Idee."
NRW-Medienminister Nathanael Liminski (41, CDU) sagte, man brauche den WDR als verlässliche Informationsquelle und kritischen Beobachter, der Missstände aufdecke.
Seitenhieb gegen Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk
Gleichzeitig mahnte er, die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks müsse immer wieder neu erarbeitet werden. "Das heißt auch, Kritik ernst zu nehmen. Es gehört natürlich zur Wahrheit dazu, dass vielfach im Rahmen dieses Erfolgs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den letzten Jahrzehnten Kritik nicht immer ganz so ernst genommen worden ist."
Da sei ein Reformstau aufzulösen gewesen. "Ich glaube, mit dem Reformstaatsvertrag haben wir dafür eine Grundlage gelegt", sagte Liminski. Der seit Dezember geltende Reformstaatsvertrag sieht unter anderem den Abbau von Doppelstrukturen, weniger lineare Programme und eine stärkere Kooperation von ARD und ZDF vor.
Titelfoto: WDR Westdeutscher Rundfunk/WDR Westdeutscher Rundfunk/obs
