Stadtrat beschließt Erleichterungen beim Wohnungsbau: Das soll sich ändern
Köln - Der Wohnraum in Köln ist ein knappes Gut. Um das zu ändern und endlich wieder mehr Bauprojekte anzustoßen, hat der Stadtrat in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag (8. Oktober) zentrale Maßnahmen des Programms "Köln baut bezahlbar - Wohnen für alle" mehrheitlich beschlossen.
Rund 150 Vertreter aus Verwaltung und Wohnungswirtschaft hatten zuvor in einem etwa fünfmonatigen Prozess knapp 150 Maßnahmen und Lösungsansätze erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei Anpassungen kommunaler Vorgaben, die Bauprojekte verteuern.
Eine wichtige Änderung betrifft etwa die energetischen Standards: Künftig soll neben dem Effizienzhaus-40-Standard auch der gesetzliche Standard des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) möglich sein, allerdings nur in Verbindung mit einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Dadurch könnten aufwendige und teure bauliche Maßnahmen entfallen.
Auch bei Pkw-Stellplätzen gibt es Erleichterungen. Insbesondere kleinere Bauvorhaben, Aufstockungen und Nachverdichtungen sollen davon profitieren. Beim Studierendenwohnen können durch den Wegfall der Stellplatzpflicht ebenfalls Kosten eingespart werden.
Zudem werden die Anforderungen an Grünflächen flexibler gestaltet. Weniger Flächen müssen auf Grundstücken vorgesehen werden. Zusätzliche Begrünung, etwa auf Dächern oder benachbarten privaten Flächen, soll den Wegfall ausgleichen. Auch bei Spielplätzen und weiteren kommunalen Standards sind Anpassungen vorgesehen.
OB Torsten Burmester sicher: Mehr bezahlbarer Wohnraum in Köln ist möglich
Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) sieht in dem Beschluss einen wichtigen Schritt. Entscheidend sei nun, dass die Erleichterungen tatsächlich bei den Bauprojekten ankämen und in Köln wieder mehr Wohnungen entstünden, erklärt der SPD-Mann. Auf dieser Grundlage ist er sich sicher: "Dann erreichen wir unser Ziel: dass die Menschen in Köln wieder Wohnungen finden – bezahlbar und in lebenswerten Quartieren."
Die Stadt will die Umsetzung mit einem Monitoring begleiten. Dabei soll überprüft werden, ob die Maßnahmen tatsächlich zu geringeren Kosten, schnelleren Verfahren und mehr Wohnungsbau führen.
Titelfoto: Bildmontage: Oliver Berg/dpa, Patrick Pleul/dpa
