Sind Gefängnisse noch sicher? NRW-Justizminister in Köln mit Spürhündin unterwegs
Von Yuriko Wahl-Immel
Köln - Drogen, Handys und andere verbotene Gegenstände im Knast: Auch wenn es immer wieder zu teils spektakulären Funden kommt, sagte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (56) bei einem Besuch in der Justizvollzugsanstalt in Köln: "Der Strafvollzug ist sicher."
Dafür sorgten die Bediensteten, die einen "sehr harten, einen sehr schweren Job" machten, regelmäßige Haftraumkontrollen sowie Diensthunde. "Unsere Maßnahmen funktionieren", betonte der Grünen-Politiker.
Die Hunde können Handys, Drogen, auch sogenannte Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) aufspüren, schilderte der Koordinator der Diensthundestaffel in NRW, Guido Schindler. Die belgische Schäferhund-Dame Evi zeigte bei einem Medientermin mit Limbach in einer Zelle ihr Können.
Limbach steht wegen Korruptionsverdachtsfällen, eingeschmuggelter Handys oder Drogen-Funden in diversen Haftanstalten unter Druck.
Bereits mehrfach war er im Rechtsausschuss des Düsseldorfer Landtags dazu befragt worden, ob die Haftanstalten in NRW angesichts mehrerer Probleme und Skandale ausreichend sicher seien.
In der Kölner JVA kritisierte Limbach, dass ein "Generalverdacht" gegen JVA-Bedienstete entstanden sei. Er halte an seinem Ziel fest, Taschenkontrollen für Bedienstete einzuführen - nicht aus Misstrauen, sondern im Gegenteil, um den Generalverdacht auszuräumen.
Einzelne Verdachtsfälle nehme er ernst. Limbach zufolge kann es trotz aller immer wieder nachgeschärften Maßnahmen aber keine hundertprozentige Sicherheit geben.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa
