Viele Verbindungen nach Deutschland: Kölner Museum Ludwig zeigt Werke schwarzer Künstler

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Von Christoph Driessen

Köln - Zu seinem 50-jährigen Bestehen zeigt das Museum Ludwig in Köln eine Ausstellung zum Werk schwarzer Künstlerinnen und Künstler.

Eine Frau sitzt in einem Salon, der der Harlem Renaissance nachempfunden ist.
Eine Frau sitzt in einem Salon, der der Harlem Renaissance nachempfunden ist.  © Oliver Berg/dpa

Das Thema ergab sich aus der Erkenntnis, dass Werke von Schwarzen in der festen Sammlung kaum vertreten waren.

Das Museum hat seinen Bestand daraufhin gezielt erweitert, unter anderem um Werke von Mildred Thompson (1936-2003), Herbert Gentry (1919-2003) und Iba Ndiaye (1928-2008). Die Ausstellung vereint zudem viele Leihgaben aus internationalen Museen.

Die Kuratorin Eboa Itondo begann ursprünglich mit Recherchen zur "Harlem Renaissance", einer afroamerikanischen Kultur-, Literatur- und Kunstbewegung der 1920er und 1930er Jahre mit Schwerpunkt im New Yorker Stadtviertel Harlem.

Köln: Sondengänger entdeckt südlich von Köln echten Schatz aus der Römerzeit
Köln Sondengänger entdeckt südlich von Köln echten Schatz aus der Römerzeit

Einer ihrer Salons ist in der Ausstellung nachempfunden. Die Kulturwissenschaftlerin Itondo wurde davon überrascht, wie viele Verbindungen die "Harlem Renaissance" zu Deutschland unterhielt.

Ein Beispiel dafür ist der einflussreiche Soziologe, Autor und Bürgerrechtsaktivist William Edward Burghardt Du Bois (1868-1963), der von 1892 bis 1894 in Berlin studierte.

Schwarzer Soziologe mit Kaiser-Wilhelm-Bart

Eboa Itondo ist Kuratorin der Ausstellung "Along the Color Line - Spuren einer transatlantischen Moderne" im Kölner Museum Ludwig.
Eboa Itondo ist Kuratorin der Ausstellung "Along the Color Line - Spuren einer transatlantischen Moderne" im Kölner Museum Ludwig.  © Oliver Berg/dpa

Du Bois lernte unter anderem den Soziologen Max Weber kennen, der sich von ihm stark beeindruckt zeigte.

Anders als vielleicht erwartbar gewesen wäre, erlebte Du Bois den Studienaufenthalt im deutschen Kaiserreich als horizonterweiternd und befreiend.

"Ich befand mich außerhalb der amerikanischen Welt und blickte in sie hinein", schrieb er später. "Mit mir waren Weiße - Schüler, Bekannte, Lehrer - die die Szene mit mir betrachteten. Sie hielten nicht ständig inne, um mich als eine Kuriosität oder etwas Untermenschliches zu besichtigen."

Köln: Günstiges ÖPNV-Ticket endlich auch für Jugendliche: Je nach Wohnort gibt es jedoch ein Problem
Köln Günstiges ÖPNV-Ticket endlich auch für Jugendliche: Je nach Wohnort gibt es jedoch ein Problem

Bis ins hohe Alter trug er danach einen Kaiser-Wilhelm-Bart. Der Philosoph Alain Locke (1885-1954) studierte ebenfalls im Kaiserreich in Berlin.

Die Ausstellung sei dennoch eine klassische Kunstausstellung, sagte Itondo. "Der gesellschaftspolitische Aspekt kommt durch die Zeiten, in denen wir leben. Er hängt viel mehr mit äußeren Umständen zusammen als mit der Kunst selbst."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Köln: